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	<title>tibetnews &#187; special</title>
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	<description>News rund um die Themen, Tibet, Dalai Lama, Menschenrechte, China, Buddhismus</description>
	<lastBuildDate>Wed, 11 Jan 2012 18:28:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>ARD: Tibet &#8220;Pure Verzweiflung &#8211; Selbstverbrennungen aus Protest&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 21:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibetnews</dc:creator>
				<category><![CDATA[special]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand in Tibet]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Video-Tipp!</strong> Weltspiegel-Beitrag der ARD: Tibet "<a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/329478_weltspiegel/9009774_tibet-pure-verzweiflung-selbstverbrennungen-aus" target="_blank">Pure Verzweiflung - Selbstverbrennungen aus Protest</a>" vom 11. Dezember 2012]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Video-Tipp!</strong> Weltspiegel-Beitrag der ARD: Tibet &#8220;<a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/329478_weltspiegel/9009774_tibet-pure-verzweiflung-selbstverbrennungen-aus" target="_blank">Pure Verzweiflung &#8211; Selbstverbrennungen aus Protest</a>&#8221; vom 11. Dezember 2012</p>
<div id="attachment_3443" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/329478_weltspiegel/9009774_tibet-pure-verzweiflung-selbstverbrennungen-aus"><img class="size-full wp-image-3443" title="Tibet: Pure Verzweiflung - Selbstverbrennungen aus Protest" src="http://tibetnews.de/wp-content/uploads/2011/12/pure_verzweiflung.jpg" alt="Tibet: Pure Verzweiflung - Selbstverbrennungen aus Protest" width="491" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Tibet: Pure Verzweiflung - Selbstverbrennungen aus Protest</p></div>
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		<title>„Tibet brennt“ von Tsering Woeser</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 17:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibetnews</dc:creator>
				<category><![CDATA[News Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[special]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Essay vom 18. Oktober stellt Woeser Betrachtungen &#252;ber die j&#252;ngste Reihe der Selbstverbrennungen von Tibetern an. Inzwischen gab es eine weitere tragische Nachricht: Am 3. November verbrannte sich die 35j&#228;hrige Nonne Palden Choetso aus dem Kloster Ganden Choeling in der TAP Kardze, Osttibet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Essay vom 18. Oktober stellt Woeser Betrachtungen &#252;ber die j&#252;ngste Reihe der Selbstverbrennungen von Tibetern an. Inzwischen gab es eine weitere tragische Nachricht: Am 3. November verbrannte sich die 35j&#228;hrige Nonne Palden Choetso aus dem Kloster Ganden Choeling in der TAP Kardze, Osttibet.</p>
<p>„Als ich heute Abend Online ging, sah ich, da&#223; sich noch ein M&#246;nch verbrannt hatte: der 38j&#228;hrige Dawa Tsering aus der Region Kham (heute Pr&#228;fektur Kardze der Provinz Sichuan). Um die Mittagszeit, als im Kloster gerade Ritualt&#228;nze aufgef&#252;hrt wurden, legte er Feuer an sich und rief von Flammen umzingelt: „La&#223;t Seine Heiligkeit den Dalai Lama nach Tibet zur&#252;ckkehren! Tibet hat keine Menschenrechte!“. Seine Mitm&#246;nche l&#246;schten das Feuer und brachten ihn ins Krankenhaus, aber sp&#228;ter wieder zur&#252;ck ins Kloster. Es hei&#223;t, seine Verletzungen seien sehr ernst. Heute steht das Kloster von Kardze unter der strengen Kontrolle der Milit&#228;rpolizei. Dawa Tsering ist der elfte Tibeter, der sich seit 2009 selbst verbrannte.</p>
<p>Am 27. Februar 2009 starb der 24j&#228;hrige M&#246;nch Tapey vom Kloster Kirti in Ngaba, Amdo, als Folge seiner Brandverletzungen. Es war vielleicht das erste Mal, da&#223; jemand innerhalb Tibets zur Selbstverbrennung schritt, um seinen Willen kundzutun. In einem fr&#252;heren Essay unter dem Titel „Tapey, ein M&#228;rtyrer, der seinen Leib opferte“, schrieb ich: „Er hielt die Schneel&#246;wenflagge und ein Bild Seiner Heiligkeit in die H&#246;he, z&#252;ndete seine benzingetr&#228;nkte Robe an und rannte als brennende Fackel auf die Stra&#223;e hinaus, um gegen die Finsternis zu protestieren, die Tibet eingeh&#252;llt hat“.</p>
<div id="attachment_3352" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://tibetnews.de/wp-content/uploads/2011/09/woeser3.jpg"><img class="size-full wp-image-3352" title="Tsering Woeser" src="http://tibetnews.de/wp-content/uploads/2011/09/woeser3.jpg" alt="Tsering Woeser" width="491" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Tsering Woeser</p></div>
<p>Zwei Jahre sp&#228;ter, am 16. M&#228;rz 2011, starb der 20j&#228;hrige M&#246;nch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba, Amdo, als Folge der Selbstverbrennung. Ausgehend von Berichten, die mir ortsans&#228;ssige Tibeter zukommen lie&#223;en, dokumentierte ich die Szene in einem Essay: „An einem sonnigen Nachmittag, verlie&#223; er das Kloster, das unter der scharfen &#220;berwachung der Milit&#228;rpolizei stand, und wanderte bis zum Ende der sonnendurchfluteten Stra&#223;e. Dort ging er pl&#246;tzlich in Flammen auf. Aus dem um ihn lodernden Feuer heraus schrie er: „La&#223;t Seine Heiligkeit zur&#252;ckkehren!“, „Tibet mu&#223; frei sein!“, „Lang lebe der Dalai Lama!“.</p>
<p>Die Leute blieben stehen und blicken schockgel&#228;hmt auf ihn. Bald f&#252;llte sich die gesamte Stra&#223;e mit schwer bewaffneten Sicherheitskr&#228;ften, Sondereinsatztruppen und Polizisten in Uniform und in Zivil. Sie traktierten Phuntsog wie wild mit ihren Kn&#252;ppeln. Taten sie es, um das Feuer zu l&#246;schen, oder um ihn zu schlagen?</p>
<p>Im Verlauf der n&#228;chsten Monate ereigneten sich bis gestern [17. Oktober] acht F&#228;lle von Selbstverbrennung, einer um den anderen. Es waren dies: Der 29j&#228;hrige M&#246;nch Tsewang Norbu aus dem Kloster Nyitso im Bezirk Tawu, Kham; der 18j&#228;hrige Lobsang Kelsang; der 18j&#228;hrige Lobsang Kunchok; der 17j&#228;hrige Kelsang Wangchuk – alles M&#246;nche des Klosters Kirti; dann der 19j&#228;hrige Choephel; der 18j&#228;hrige Khaying und der 19j&#228;hrige Norbu Dramdul, die fr&#252;her ebenfalls M&#246;nche im Kloster Kirti waren, aber wegen der repressive Atmosph&#228;re dort hatten sie ihre Robe abgelegt. Was die Leute besonders bek&#252;mmert und betr&#252;bt macht, ist die gestrige Selbstverbrennung der 20j&#228;hrigen Tenzin Wangmo; sie war eine Nonne des Klosters Mamae im Bezirk Ngaba.</p>
<p>Was ist nun die Bedeutung der Selbstverbrennung? Ist es dasselbe wie Selbstmord? So viele tibetische M&#246;nche sind bereits Opfer von Selbstverbrennungen geworden. Ist es wirklich so, wie der sogenannte „Lebende Buddha“ Gyalton, der Vize-Pr&#228;sident der Buddhistischen Vereinigung von Sichuan, der seine Seele verkauft hat, behauptet: „Selbstmord ist ein sehr schwerer Versto&#223; gegen die buddhistische Lehre, jeder Akt von sich selbst zugef&#252;gtem Schaden ist g&#228;nzlich gegen die menschliche Natur. Diese st&#228;ndigen F&#228;lle von Selbstverbrennung unter den Tibetern rufen bei Leuten aller Gesellschaftsschichten Verst&#228;ndnislosigkeit hervor, sie empfinden nichts als Abscheu und Ekel“.</p>
<p>Bis auf den heutigen Tag beh&#228;lt die ganze Welt im Bewu&#223;tsein, wie sich 1963 ein vietnamesischer M&#246;nch im Zentrum der Stadt Saigon verbrannte <sup><span style="color: #ff0000;">(1)</span></sup>. Seine Landsleute verehren ihn als einen gro&#223;en M&#228;rtyrer und errichteten ihm eine Bronzestatue auf einem &#246;ffentlichen Platz, um an die tragische Szene der Selbstverbrennung zu erinnern. Der 67j&#228;hrige Thich Quang Duc hinterlie&#223; eine letzte Botschaft: „Ehe ich meine Augen schlie&#223;e und in die Vision des Buddha eintauche, ersuche ich ehrerbietig den Herrn Pr&#228;sidenten…, Mitgef&#252;hl mit den Menschen dieser Nation zu zeigen und das Prinzip der religi&#246;sen Gleichheit zu respektieren… Ich rufe die Ehrw&#252;rdigen, die Geistlichen, die Mitglieder der Sangha und die Laien-Buddhisten dazu auf, solidarisch zusammenzustehen und Opfer zu bringen, um den Buddhismus zu sch&#252;tzen“. Das sind genau die Aspirationen und Gef&#252;hle der zehn tibetischen M&#246;nche, Nonnen und Laien, die sich in Brand setzten.</p>
<p>Nachdem Thich Quang Duc Opfer der Selbstverbrennung geworden war, verbrannten sich innerhalb von wenigen Monaten sechs weitere M&#246;nche und Nonnen auf den Stra&#223;en Vietnams. Ein angesehener vietnamesischer M&#246;nch kommentierte das Verhalten dieser M&#228;rtyrer mit treffenden Worten:</p>
<p>„Die Medien nennen es Selbstmord, aber im wesentlichen ist das gar kein Selbstmord… In den letzten Aussagen, welche die M&#246;nche vor ihrem Tod machten, beteuerten sie alle, da&#223; das Ziel der Selbstverbrennung einzig und alleine ist, die Menschen wachzur&#252;tteln, an die Unterdr&#252;cker zu appellieren, sie m&#246;chten Sympathie zeigen, und die Welt auf das verfolgte Volk in Vietnam aufmerksam zu machen. Durch die Selbstverbrennung bezeugen sie, da&#223; das, was sie zu sagen haben, au&#223;erordentlich wichtig ist…. Dieser vietnamesische M&#246;nch setzte seine ganze Willenskraft und Entschlossenheit ein, um zu zeigen, da&#223; er bereit ist, den f&#252;rchterlichsten Schmerz zu ertragen, um sein Volk zu sch&#252;tzen… Der Akt der Selbstverbrennung, um seine Aspirationen und Bestrebungen kundzutun, sollte nicht als etwas Destruktives betrachtet werden, im Gegenteil, es ist etwas Konstruktives, ein Akt des Leidens und sogar des Sterbens f&#252;r das Volk. Das ist alles andere als Selbstmord“.</p>
<p>Tats&#228;chlich sind es die Diktatur und die schlimme Gewaltherrschaft, welche der menschlichen Natur zuwider sind. Sie sind es, welche die K&#246;rper buddhistischer M&#246;nche und Laien in Flammen aufgehen lassen. Ganz richtig erkl&#228;rte die Tibetologin Katia Buffetrille, die k&#252;rzlich Tibet bereiste: „Die M&#246;nche im Kloster Kirti befinden sich bereits in einem Zustand tiefer Hoffnungslosigkeit. Das ist so, weil sich die Lage dort kontinuierlich verschlimmert. Die Beh&#246;rden kennen keine andere Antwort als Repression…. und diese repressiven Strategien versch&#228;rfen die angespannten Beziehungen nur noch mehr. Ich h&#246;rte, da&#223; in der Gegend ein Flugblatt im Umlauf ist, auf dem steht: Wenn sich die Lage nicht bessert, wird es noch viel mehr M&#246;nche geben, die bereit sind, ihr Leben zu opfern“.</p>
<p>Peking, 18. Oktober 2011</p>
<p><sup><span style="color: #ff0000;">(1)</span></sup> Geschichte der Selbstverbrennung als Protest gegen politische Unterdr&#252;ckung, siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstverbrennung" target="_blank">Wikipedia</a></p>
<blockquote><p>HighPeaksPureEarth, <a href="http://www.highpeakspureearth.com/" target="_blank">www.HighPeaksPureEarth.com</a>, 3. November 2011</p>
<p>&#220;bersetzung: Adelheid D&#246;nges, Revision: Angelika Oppenheimer (Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte &#8211; IGFM)</p></blockquote>
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		<title>Wie ich Seine Heiligkeit den Dalai Lama traf – ohne einen Reisepass &#8211; Blog von Woeser</title>
		<link>http://tibetnews.de/2011/01/27/wie-ich-seine-heiligkeit-den-dalai-lama-traf-ohne-einen-reisepass-blog-von-woeser/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 19:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibetnews</dc:creator>
				<category><![CDATA[special]]></category>

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		<description><![CDATA[High Peaks Pure Earth &#252;bersetzte einen von Woeser verfassten Blogbeitrag, der urspr&#252;nglich zur Aussendung am 5. Januar 2011 auf Radio Free Asia erstellt worden war und am 10. Januar auf ihrem Blog ver&#246;ffentlicht wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>High Peaks Pure Earth &#252;bersetzte einen von Woeser verfassten Blogbeitrag, der urspr&#252;nglich zur Aussendung am 5. Januar 2011 auf Radio Free Asia erstellt worden war und am 10. Januar auf ihrem Blog ver&#246;ffentlicht wurde.</p>
<p>Wie einem Bericht auf der offiziellen Website des Dalai Lama zu entnehmen ist <sup><span style="color: #ff0000;">(1)</span></sup>, nahm er am 4. Januar 2011 an einer Videokonferenz mit den chinesischen Menschenrechtsanw&#228;lten Jiang Tianyong und Teng Biao teil. Die von Woesers Ehemann Wang Lixiong organisierte Videokonferenz schloss an eine Reihe von Twitter-Gespr&#228;chen zwischen dem Dalai Lama und chinesischen „Netizens“ an, die 2010 ebenfalls von Wang Lixiong in die Wege geleitet worden waren.</p>
<p>Woesers Blogbeitrag:</p>
<p>Vor sieben Jahren habe ich in meiner Essay-Sammlung Xizàng Bijì (Tibet-Aufzeichnungen) &#252;ber ein Gruppenfoto, auf dem ein Vater und sein Sohn abgebildet waren, die heimlich von Lhasa nach Dharamsala unterwegs waren, Folgendes geschrieben: „Er, der Bescheidenheit und Liebensw&#252;rdigkeit auf beiden Seiten ausstrahlt, aber die Mitte umfasst, ist der ber&#252;hmteste aller frommen Tibeter, der g&#252;tigste Mensch, der am meisten ersehnt wird – der Dalai Lama“.</p>
<p>Wegen dieses Satzes und einiger Artikel, in denen ich die Wahrheit zur Sprache bringe, bezeichneten die lokalen Beh&#246;rden meine Arbeit als Werk mit „gravierenden politischen Irrt&#252;mern, das den 14. Dalai Lama und den 17. Karmapa preist und schwerwiegende falsche politische und religi&#246;se Ansichten propagiert – einige Essays enthalten bis zu einem gewissem Grad bereits politische Irrt&#252;mer.“ Danach wurde ich aus meiner Stellung entlassen. Das war der Zeitpunkt, als ich Lhasa verlie&#223; <sup><span style="color: #ff0000;">(2)</span></sup>.</p>
<p>Noch fr&#252;her, schon vor 16 Jahren, hatte ich ein Gedicht verfasst, das zwischen den Zeilen eine Botschaft vermittelte <sup><span style="color: #ff0000;">(3)</span></sup>:</p>
<p>„Auf dem Weg<br />
Halte ich eine Blume, nicht von dieser Welt.<br />
In Eile, bevor sie stirbt, suche ich in allen Richtungen,<br />
Damit ich sie einem alten Mann in tiefroter Robe schenken kann.<br />
Ein wunscherf&#252;llendes Juwel,<br />
Ein aufblitzendes L&#228;cheln:<br />
Sie kn&#252;pfen ein festes Band zwischen den Generationen.“</p>
<p>Sp&#228;ter wandelte ich dieses Gedicht in einen Liedtext um, in dem ich offen sagte, der „alte Mann in tiefroter Robe“ sei „unser Yishin Norbu, unser Kundun, unser Gongsachog, unser Gyalwa Rinpoche …“ – alles respektvolle Benennungen des Dalai Lama.</p>
<p>Ebenso wie viele andere Tibeter hegte ich die Hoffnung, Seine Heiligkeit einmal sehen, seinen Lehren ehrerbietig zuh&#246;ren zu k&#246;nnen, eine Audienz zu erhalten – all das war mein innigster Wunsch. Schon von klein auf hatte ich mich danach gesehnt, dass dieser Augenblick wahr werden m&#246;ge. Doch wie zahlreiche Tibeter, erhalte auch ich keinen Pass. Es ist nahezu unvorstellbar, dass dieses Regime, das uns kontrolliert, uns jemals einen Pass genehmigen wird, obwohl dies eigentlich das Grundrecht eines jeden B&#252;rgers sein sollte. Letztes Jahr wurden in Lhasa allen, die &#252;ber sechzig Jahre alt waren, P&#228;sse ausgestellt, wenn auch nur f&#252;r den Zeitraum einer Woche. Als Folge dr&#228;ngten sich im zust&#228;ndigen Passb&#252;ro grauhaarige, humpelnde alte Menschen. Es war klar, dass sie sich alle auf den Weg in die Ausl&#228;ufer des Himalaya machen wollten, um Verwandte zu besuchen, dem heiligen Land des Buddhismus Tribut zu zollen und sich jenen Traum zu erf&#252;llen, von dem niemand spricht, den aber alle kennen. Ich habe den traurigen Verdacht, dass ich noch bis zu meinem sechzigsten Lebensjahr warten muss, bis ich einen Reisepass in die H&#228;nde bekomme.</p>
<p>Doch das Internet gab meinem Ich ohne Pass einen Ausweis zum Reisen. Im neuen Jahr half es mir, meinen Traum wahr werden zu lassen. Durch das Internet begegnete ich wie in einem Traum, doch sehr lebendig und real, dem Dalai Lama!</p>
<p>Alles begann mit einer Videokonferenz im Cyberspace. Am 4. Januar 2011 nahm Seine Heiligkeit in Dharamsala an einer Videokonferenz mit den beiden Menschenrechtsanw&#228;lten Teng Biao und Jiang Tianyong sowie dem Autor Wang Lixiong teil. Und ich – ich stand hinter Wang Lixiong und verfolgte aufmerksam jedes Wort. Als der Dalai Lama auf dem Bildschirm erschien, konnte ich es kaum fassen – Tr&#228;nen str&#246;mten mir &#252;ber das Gesicht. Es war ohne Frage ein riesengro&#223;es Wunder, das es mithilfe der technischen Revolution m&#246;glich machte, geographische Entfernungen ebenso wie von Menschenhand geschaffene Barrieren zu &#252;berwinden und eine Br&#252;cke zu errichten, &#252;ber die der Dalai Lama mit chinesischen Intellektuellen kommunizieren konnte. Ich h&#246;rte, wie der Dalai Lama zu den drei han-chinesischen Intellektuellen sagte: „Es ist genauso, als s&#228;&#223;en wir zusammen, wir k&#246;nnen nur nicht gegenseitig unseren Atem wahrnehmen.“ Am Ende des siebzig Minuten langen Gespr&#228;chs fragte Seine Heiligkeit mit besorgter Stimme: „K&#246;nnen Sie mich alle deutlich sehen?“ Als alle drei bejahten, wies er fr&#246;hlich auf seine Augenbrauen und lachte: „Dann haben Sie wohl auch meine grauen Augenbrauen gesehen?“</p>
<p>Ich weinte und weinte. Als ich mich, wie Tibeter es tun, dreimal niederwarf und leise einige Gebete rezitierte, mit einer Khata in der Hand vor dem Computer kniend und blind vor Tr&#228;nen, sah ich, wie Seine Heiligkeit beide H&#228;nde ausstreckte, als wolle er die Khata entgegennehmen und mich segnen. Es ist unm&#246;glich, meine Gef&#252;hle in diesem Augenblick mit Worten zu beschreiben … ich habe wirklich solch ein Gl&#252;ck! In Tibet geraten manche schon allein deswegen in Schwierigkeiten, weil sie ein Foto des Dalai Lama besitzen.</p>
<p>Menschen aus ganz China haben Seine Heiligkeit getroffen, ohne in irgendeiner Weise ihre Freiheit einzub&#252;&#223;en. Da wir alle B&#252;rger dieses Landes sind, sollten auch Tibeter nicht daf&#252;r bestraft werden, dass sie eine Audienz bei Seiner Heiligkeit hatten.</p>
<p>Mein Gesicht auf dem Bildschirm vor sich, wies der Dalai Lama mich ernst und beharrlich an: „Geben Sie nicht auf, machen Sie weiter, es ist sehr wichtig, dass han-chinesische Intellektuelle und wir Tibeter uns gegenseitig stets &#252;ber die wirkliche Situation informieren; dass wir miteinander reden und uns verstehen. Das m&#252;ssen Sie sich zu Herzen nehmen. W&#228;hrend der letzten sechzig Jahre waren der Mut und das Vertrauen der Tibeter, die in China leben, unersch&#252;tterlich wie ein Fels. Die internationale Gemeinschaft verfolgt sehr aufmerksam die Situation in Tibet, wie sie wirklich ist. Menschen auf der ganzen Welt erkennen, dass Tibet auf der Seite der Wahrheit ist. Chinesische Intellektuelle sind sich dessen zunehmend bewusst, betrachten es aus einem breiteren Blickwinkel. Das gro&#223;e, m&#228;chtige China durchl&#228;uft einen Wandlungsprozess. Sie m&#252;ssen also zuversichtlich bleiben und noch h&#228;rter arbeiten, verstehen Sie?“</p>
<p>Da hatte ich mich schon beruhigt und bewahrte die Worte Seiner Heiligkeit in meinem Herzen.</p>
<p>Beijing, 5. Januar 2011</p>
<p><sup><span style="color: #ff0000;">(1)</span></sup> <a href="http://bit.ly/gRTOLw" target="_blank">http://bit.ly/gRTOLw</a><a href="http://www.flexform.de/tozwscge"></a></p>
<p><sup><span style="color: #ff0000;">(2)</span></sup> HRU Oktober 2004/4, „<a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/HRU/2004/HRU-2004-10.html" target="_blank">Tibetische Autorin wegen positiver Erw&#228;hnung des Dalai Lama verfolgt</a>“</p>
<p><sup><span style="color: #ff0000;">(3)</span></sup> High Peaks Pure Earth verwendet die &#220;bersetzung von Woesers Gedicht „On the Road“ von Ragged Banner. Es wurde in ihrem Buch „Tibet’s True Heart“ ver&#246;ffentlicht, und sie zitiert es in ihrem Artikel (s. unten). Das Gedicht schrieb sie im Mai 1995 in Lhasa. Die vollst&#228;ndige Version ist in englischer Sprache unter dem Link <a href="http://www.raggedbanner.com/pOTR.html" target="_blank">http://www.raggedbanner.com/pOTR.html</a> nachzulesen.</p>
<blockquote><p>HighPeaksPureEarth, <a href="http://www.highpeakspureearth.com/" target="_blank">www.HighPeaksPureEarth.com</a>, 12. Januar 2010</p>
<p>&#220;bersetzung: Claudia Seele-Nyima, Revision: Angelika Oppenheimer (Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte &#8211; IGFM)</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Das US-State Department spricht in seinem L&#228;nderbericht 2009 von „schweren Repressionen“ in Tibet</title>
		<link>http://tibetnews.de/2010/03/17/das-us-state-department-spricht-in-seinem-laenderbericht-2009-von-schweren-repressionen-in-tibet/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 21:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibetnews</dc:creator>
				<category><![CDATA[special]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinem „L&#228;nderbericht 2009 &#252;ber den Umgang mit den Menschenrechten in aller Welt“, der am 11. M&#228;rz 2010 herauskam, dr&#252;ckte das amerikanische Au&#223;enministerium seine Bedenken &#252;ber die schweren Menschenrechtsverletzungen in Tibet aus. Ebenso verlieh es seiner Besorgnis um das Fortbestehen des einzigartigen religi&#246;sen, kulturellen und sprachlichen Erbe Tibets Ausdruck.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem „L&#228;nderbericht 2009 &#252;ber den Umgang mit den Menschenrechten in aller Welt“, der am 11. M&#228;rz 2010 herauskam, dr&#252;ckte das amerikanische Au&#223;enministerium seine Bedenken &#252;ber die schweren Menschenrechtsverletzungen in Tibet aus. Ebenso verlieh es seiner Besorgnis um das Fortbestehen des einzigartigen religi&#246;sen, kulturellen und sprachlichen Erbe Tibets Ausdruck.</p>
<p>In dem Report hei&#223;t es, der Umgang der chinesischen Regierung mit den Menschenrechten in den tibetischen Gebieten sei miserabel, und die Unterdr&#252;ckung der Rechte auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung, Religionsfreiheit, Freiheit der Versammlung und Freiz&#252;gigkeit, die nach den Demonstrationen vom M&#228;rz 2008 drastisch verst&#228;rkt wurde, gehe mit voller Wucht weiter.</p>
<p>Die chinesischen Beh&#246;rden begingen weiterhin ernste Menschenrechtsverletzungen wie au&#223;ergerichtliche Hinrichtungen, Folter, willk&#252;rliche Festnahmen, Inhaftierung ohne Proze&#223; und Verh&#228;ngung von<br />
Hausarrest. Die Erhaltung und F&#246;rderung des einzigartigen religi&#246;sen, kulturellen und linguistischen Erbes Tibets gibt immer noch Anla&#223; zu Sorge.</p>
<p>Der Bericht behandelt detailliert die widerrechtliche T&#246;tung, das Verschwindenlassen, Folter, willk&#252;rliche Festnahme und Inhaftierung von Tibetern durch die chinesischen Beh&#246;rden. Er macht ganz deutlich, da&#223; den tibetischen H&#228;ftlingen ein fairer &#246;ffentlicher Gerichtsproze&#223; vorenthalten wird, er behandelt auch die Unterdr&#252;ckung der Rede- und Pressefreiheit, des freien Zugangs zum Internet, der akademischen Freiheit und den mangelnden Schutz des kulturellen Erbes Tibets.</p>
<p>Der Teil „Tibet“ des „2009 Human Rights Report: China” des US-State Department steht unten, kann aber auch unter<a href="http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2009/eap/135989.htm#tibet"> http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2009/eap/135989.htm#tibet</a> eingesehen werden</p>
<blockquote><p>Department of Information &amp; International Relations (DIIR), <a href="http://www.tibet.net/" target="_blank">www.tibet.net</a>, 12. M&#228;rz 2010</p>
<p>Gek&#252;rzte &#220;bersetzung: Adelheid D&#246;nges, Revision: Angelika Mensching (Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte &#8211; IGFM)</p></blockquote>
<p><cite>The United States recognizes the Tibet Autonomous Region (TAR) and Tibetan autonomous prefectures, counties, and townships in other provinces to be a part of the People&#8217;s Republic of China. The Tibetan population within the TAR was approximately 2.8 million, while the Tibetan population outside the TAR was an estimated 2.9 million. The government strictly controlled information about, and access to, the TAR and Tibetan areas outside the TAR, making it difficult to determine accurately the scope of human rights abuses. The government intensified these controls following the March 2008 unrest in Tibetan areas and continued the policy during the year.</cite></p>
<p><cite>The government&#8217;s human rights record in Tibetan areas of China remained poor, and the severe repression of freedoms of speech, religion, association, and movement that increased dramatically following the March 2008 Lhasa riots and subsequent unrest that occurred across the Tibetan Plateau continued during the year. Authorities continued to commit serious human rights abuses, including extrajudicial killings, torture, arbitrary arrests, extrajudicial detention, and house arrest. The preservation and development of Tibet&#8217;s unique religious, cultural, and linguistic heritage remained a concern.</cite></p>
<p><cite>In March 2008 monks and nuns from a number of monasteries in Lhasa and other Tibetan communities mounted peaceful protests to commemorate the anniversary of the 1959 Tibetan uprising. After four days the protests and security response devolved into rioting by Tibetans and a violent police crackdown in Lhasa. Some protesters resorted to violence, in some cases deadly, against Han and Hui residents. The ensuing police actions resulted in an unknown number of deaths, injuries, arrests, and human rights abuses. During the year a number of Tibetans, especially monks, were sentenced to prison for their role in the 2008 protests and riots.</cite></p>
<p><cite>A significant number of People&#8217;s Armed Police (PAP) remained in many communities across the Tibetan Plateau during the year. The fallout from the protests continued to affect the human rights situation in Tibetan regions of China.</cite></p>
<p><strong><cite>Deprivation of Life</cite></strong></p>
<p><cite>There were numerous reports that the government or its agents committed arbitrary or unlawful killings; however, it was not possible to verify independently these reports. There were no reports that officials investigated or punished those responsible for the killings.</cite></p>
<p><cite>On January 23, Pema Tsepag died of injuries sustained during beatings by authorities after he and two other Tibetan youths protested in Dzogang County, Chamdo Prefecture, calling for independence for Tibet and a boycott of the Tibetan New Year.</cite></p>
<p><cite>According to the Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD), on March 25, public security agents killed 27-year-old monk Phuntsok Rabten of Drango Monastery in Drango County, Kardze (Ganzi), Sichuan Province, for distributing leaflets calling for a work strike.</cite></p>
<p><cite>In March Panchou Lede, a monk from the Hor Drago Monastery, was killed in a clash that erupted between Tibetan farmers and soldiers when the farmers refused to sign a pledge committing to keep a certain percentage of their land under cultivation. According to press reports, the monk had been organizing farmers to refuse to plant crops.</cite></p>
<p><cite>In August, according to TCHRD reports, 32-year-old Kalden, a monk from Drepung Monastery, died after being tortured in a Lhasa prison. Kalden was arrested in March 2008, and his relatives were not informed of his detention location.</cite></p>
<p><cite>Following the outbreak of protests in 2008, the government reported that 22 persons were killed in the Lhasa violence, including 18 civilians, one police officer, and three rioters. However, outside observers, including Tibetan exile groups and nongovernmental organizations (NGOs), variously placed the number of persons killed in Tibetan areas due to official suppression that began March 10 at between 100 and 218.</cite></p>
<p><cite>According to official media, in April Lobsang Gyaltsen and Loyak were sentenced to death for their participation in the 2008 riots in Lhasa on charges related to &#8220;starting fatal fires.&#8221; The government confirmed that they were executed on October 23. Reports of a third Tibetan executed at the same time could not be confirmed.</cite></p>
<p><strong><cite>Disappearance</cite></strong></p>
<p><cite>Following the March 2008 riots in Lhasa, authorities arrested Tibetans arbitrarily, including monks and nuns, many of whom remained missing. Official statistics for the number detained were incomplete and covered only limited areas. On February 10, official media reported that 953 persons were detained or had surrendered to police in Lhasa following the riots. The report stated that 76 persons were sentenced to prison in connection with the unrest, and an additional 116 were awaiting trial.</cite></p>
<p><cite>According to the International Campaign for Tibet, Northwest Nationalities University student Tashi Rabten disappeared in July, soon after publication of his book Written in Blood. Tashi Rabten had edited a banned collection of writings on the March 2008 demonstrations.</cite></p>
<p><cite>Documentarian Dhondup Wangchen remained in an undisclosed prison near Xining, Qinghai Province. Authorities forced Dhondup Wangchen to fire his original Beijing-based defense counsel and told his family that only lawyers based in Qinghai Province could represent him. Qinghai authorities refused a request by foreign diplomats to observe his trial. On December 28, a court in Qinghai Province sentenced Dhondup Wangchen to six years in prison for making a film critical of human rights conditions in Tibet. At year&#8217;s end there was no information on where he was serving his sentence.</cite></p>
<p><cite>There was no information on the whereabouts of five monks, including Sonam Rabgyal, Damdul, and Rabgyal, who disappeared following an April 2008 midnight raid on the Ramoche Temple in Lhasa. The whereabouts of Paljor Norbu, a Tibetan traditional painter sentenced to seven years in prison after a secret trial in November 2008, remained unknown at year&#8217;s end. No new information was available on the whereabouts of Phuntsok Gyaltsen, the deputy head of Phurbu Township, Palgon County, who was detained in 2007.</cite></p>
<p><cite>The whereabouts of the Panchen Lama, Gendun Choekyi Nyima, Tibetan Buddhism&#8217;s second-most prominent figure after the Dalai Lama, and his family remained unknown. In October government officials in Tibet told a visiting foreign delegation that Gendun Choekyi Nyima was &#8220;growing up very well, loves Chinese culture and enjoying his life.&#8221; The officials asserted that his identification as the 11th Panchen Lama was &#8220;illegal.&#8221;</cite></p>
<p><strong><cite>Torture</cite></strong></p>
<p><cite>The security regime employed torture and degrading treatment in dealing with some detainees and prisoners. Tibetans repatriated from Nepal reportedly suffered torture, including electric shocks, exposure to cold, and severe beatings, and were forced to perform heavy physical labor. Prisoners were subjected routinely to &#8220;political investigation&#8221; sessions and were punished if deemed insufficiently loyal to the state.</cite></p>
<p><cite>In March police severely beat 21-year-old Tibetan nun Lobsang Khandro from the Gema Dra-wok Nunnery for carrying out an individual protest in Kardze (Ganzi) Prefecture. She carried pamphlets and some prayer flags and shouted calls for freedom and the Dalai Lama as she walked to the Kardze (Ganzi) Prefecture government headquarters.</cite></p>
<p><cite>On May 24, according to the TCHRD, police injured six persons in Tawu County of Kardze (Ganzi) Prefecture, Sichuan Province, while breaking up a protest against a hydroelectric project.</cite></p>
<p><cite>According to numerous sources, many of those detained after the rioting in March 2008 were subjected to extrajudicial punishments such as severe beatings and deprivation of food, water, and sleep for long periods. In some cases detainees suffered broken bones and other serious injuries at the hands of PAP and Public Security Bureau (PSB) officers. According to eyewitnesses, the bodies of persons killed during the unrest or subsequent interrogation were disposed of secretly rather than returned to their families.</cite></p>
<p><cite>During his trial, which began on April 21, Phurbu Tsering Rinpoche, head of Pangri and Yatseg nunneries in Kardze (Ganzi), who was arrested in March 2008, claimed that police handcuffed him with arms outstretched to an iron pillar and forced him to stand while they interrogated him continuously for four days and four nights. They told Phurbu Tsering Rinpoche that if he did not confess his wife and son would be detained. His trial was later postponed indefinitely. Foreign diplomats asked to observe the trial but received no reply. In late December a court sentenced Phurbu Tsering Rinpoche to eight-and-a-half years in prison for illegal possession of weapons and ammunition (see Denial of Fair Public Trial section).</cite></p>
<p><cite>On May 3, Tibetan monk Jigme Guri from the Labrang Monastery was released from prison. He alleged that prison authorities beat him repeatedly during two months of detention beginning in March 2008. According to Jigme, the beatings left him unconscious for six days, and he required two hospitalizations.</cite></p>
<p><strong><cite>Prison Conditions</cite></strong></p>
<p><cite>The mass detentions connected with the March 2008 unrest amplified already crowded and harsh prison conditions. Some prisons used forced labor, including those in the public security reeducation through labor system (RTL), to which prisoners may be assigned for two years without court review, detention centers, and prison work sites. The law states that prisoners may be required to work up to 12 hours per day, with one rest day every two weeks, but sometimes these regulations were not enforced; conditions varied from prison to prison.</cite></p>
<p><cite>According to numerous sources, political prisoners in Tibetan areas endured unsanitary conditions and often had little opportunity to wash or bathe. Many prisoners slept on the floor without blankets and sheets. Prisoners reported having to &#8220;sleep&#8221; side by side with 20 to 30 cell mates for many days.</cite></p>
<p><cite>Former detainees reported that prisoners were not provided with enough food. According to sources, prisoners rarely received medical care unless they had a serious illness. Prisoners also complained that they often failed to receive money, food, clothing, and books sent by their families because such items were routinely confiscated by prison guards.</cite></p>
<p><strong><cite>Arbitrary Arrest and Detention</cite></strong></p>
<p><cite>During the year arbitrary arrest and detention continued in Tibetan areas. Police legally may detain persons for up to 37 days without formally arresting or charging them. Following the 37-day period, police must either formally arrest or release the detainees. Police must notify the relatives or employer of an arrested person within 24 hours of the arrest. In practice police frequently violated these requirements.</cite></p>
<p><cite>Official state media reported the detentions of 4,434 persons in Tibetan areas (1,315 in Lhasa) between March and April 2008, although in November 2008, official media reported that approximately 1,317 persons were arrested, 1,115 of whom were released afterwards. Overseas organizations and the Tibet government-in-exile placed the total number detained at more than 5,600.</cite></p>
<p><cite>Many prisoners were subject to the RTL system or other forms of detention not subject to judicial review.</cite></p>
<p><strong><cite>Political Prisoners and Detainees</cite></strong></p>
<p><cite>Due to the lack of independent access to prisoners and prisons, it was impossible to ascertain the number of Tibetan political prisoners. A number of the Tibetans arrested or detained in the days and weeks following the spring 2008 protests were sentenced throughout the year. Many prisoners were held in the extrajudicial RTL prisons operated by the Ministry of Public Security and never appeared in public court.</cite></p>
<p><cite>Based on information available from the Congressional Executive Commission on China&#8217;s political prisoner database, at year&#8217;s end there were 754 Tibetan political prisoners imprisoned in Tibetan areas. However, the actual number of Tibetan political prisoners and detainees was believed to be much higher. Of the 754 documented currently detained political prisoners and detainees, 715 were detained on or after the March 2008 protests and 447 political prisoners and detainees were Tibetan Buddhist monks and nuns. At year&#8217;s end the commission&#8217;s database contained sentencing information on only 148 of the Tibetan political prisoners. The judicial system imposed sentences on these 148 political prisoners ranging from one year to life imprisonment. An unknown number of prisoners continued to be held under the RTL system.</cite></p>
<p><cite>On February 5, six Tibetans in Kardze (Ganzi) Prefecture, Sichuan, were sentenced from 18 months to three years in prison for participating in protests.</cite></p>
<p><cite>On May 21, according to the TCHRD, Tsultrim Gyatso, a monk of Labrang Monastery in southern Gansu Province, was sentenced to life imprisonment for &#8220;endangering state security.&#8221;</cite></p>
<p><cite>The TCHRD reported that on July 3, the Lithang County, Kardze (Ganzi) Prefecture intermediate people&#8217;s court sentenced Tibetan monk Jamyang Tenzin of Yonru Geyden Rabgayling Monastery, Lithang County, to three years&#8217; imprisonment for opposing a work team sent to conduct a &#8220;patriotic education campaign&#8221; at his monastery.</cite></p>
<p><cite>On August 13, the TCHRD reported that eight Tibetans in Machen County were sentenced to one to seven years in prison following protests related to the suicide of Tashi Sangpo, which was reportedly triggered by his inhumane treatment at the hands of the police.</cite></p>
<p><cite>According to the Agence France Presse, early in the year authorities handed down sentences ranging from three years to life in prison to a total of 76 persons involved in the March 2008 riots. In April Lobsang Gyaltsen and Loyak were sentenced to death for setting fires to shops that reportedly resulted in seven deaths, and they were executed in October. Two others were given suspended death sentences.</cite></p>
<p><cite>Wangdu (Wangdui), a former employee of an HIV/AIDS prevention project run by a foreign NGO, who in 2008 was sentenced to life imprisonment for engaging in &#8220;espionage&#8221; on behalf of the &#8220;Dalai clique,&#8221; remained in prison. Migmar Dhondup, another former employee of a foreign NGO, also remained in prison on the same charge.</cite></p>
<p><cite>Prominent Buddhist figure Tenzin Delek Rinpoche remained in a Sichuan prison on firearms charges. According to Tibetan sources, the firearms were left at his temple by a group who had renounced hunting.</cite></p>
<p><cite>Dozens of monks and nuns who resisted &#8220;patriotic education&#8221; campaigns before the March 2008 protests continued serving prison terms.</cite></p>
<p><cite>According to the TCHRD, the PSB arrested Kunga Tsayang, a monk from the Amdo Labrang Tashi Kyil Monastery, during a late-night raid on March 17; at year&#8217;s end his whereabouts remained unknown. The reported disappearance of Kunga Tsayang was part of a continuing sweep of Tibetan Internet writers that began after the March 2008 unrest. On November 12, he was sentenced to five years in prison on charges of disclosing state secrets in a closed-door trial by the Kanlho Intermediate People&#8217;s Court in Gannan, Gansu Province.</cite></p>
<p><cite>The following persons also remained in prison: Rongye Adrak; Adak Lupoe; lama Jigme Tenzin (Jinmei Danzeng) aka Bangri Chogtrul; Jarib Lothog; monk Lodroe; Khenpo Jinpa; Jarib Lothog; art teacher and musician Kunkhyen; Buchung; Penpa; and Bangri Chogtrul Rinpoche; monk Choeying Khedrub (Quyin Kezhu); Dawa (also called Gyaltsen Namdak); monk Lobsang Palden; teacher Dolma Kyab; Sherab Yonten, Sonam Gyelpo, retired physician Yeshe Choedron (Yixi Quzhen) monk Tenzin Bucheng (Danzeng Puqiong), monk Lobsang Ngodrub; and monk Tsering Dhondup.</cite></p>
<p><strong><cite>Denial of Fair Public Trial</cite></strong></p>
<p><cite>Legal safeguards for Tibetans detained or imprisoned were inadequate in both design and implementation. Most judges in the TAR had little or no legal training. According to a TAR Bureau of Justice official, all seven cities and prefectures had established legal assistance centers that offered services in the Tibetan language. Prisoners may request a meeting with a government-appointed attorney, but in practice many defendants did not have access to legal representation.</cite></p>
<p><cite>Lawyers who volunteered to represent detainees involved in the March 2008 protests received warnings from authorities not to take on such cases. Authorities threatened some with punishment or placed them under police surveillance. In cases involving state security, trials often were cursory and closed. Authorities denied multiple requests from foreign diplomats to observe the trials of those charged with crimes related to the March 2008 unrest. By law maximum prison sentences for crimes such as &#8220;endangering state security&#8221; and &#8220;splitting the country&#8221; are 15 years for each count, not to exceed 20 years in total. Authorities sentenced Tibetans for alleged support of Tibetan independence regardless of whether their activities involved violence.</cite></p>
<p><cite>In November 2008 the Sichuan Ganzi Tibetan Autonomous Prefecture Intermediate People&#8217;s Court sentenced Dorje Kangzhu, a 34-year-old nun, to seven years in prison for &#8220;inciting secession.&#8221; She was arrested for distributing Tibetan independence leaflets and shouting pro-Tibet slogans in May 2008.</cite></p>
<p><cite>In late December Phurbu Tsering Rinpoche, a senior religious leader who allegedly had been tortured to get a false confession, was sentenced to eight-and-a-half years in prison on weapons charges following the riots in Tibet. Prosecutors maintained that a pistol and ammunition were found during a police raid, but Phurbu Tsering Rinpoche countered that he had been framed. The monk&#8217;s lawyer stated he had given a false confession after police deprived him of sleep for four days (see Torture section).</cite></p>
<p><strong><cite>Freedom of Speech and Press</cite></strong></p>
<p><cite>Tibetans who spoke to foreign reporters, attempted to relay information to foreigners outside the country, or passed information regarding the 2008 protests were subject to harassment or detention.</cite></p>
<p><cite>The government severely restricted travel by foreign journalists to Tibetan areas. In the TAR, foreign journalists can gain access to the region only by participating in highly structured government organized tours, where the constant presence of government minders makes independent reporting difficult. Outside the TAR, foreign journalists were frequently expelled despite new government rules, adopted in October 2008, that state foreign journalists no longer need the permission of local authorities to conduct reporting.</cite></p>
<p><cite>In March the Foreign Correspondents&#8217; Club of China urged the government to halt detentions of journalists and open Tibetan areas for news coverage. Reporters from at least six different news organizations were detained or had their property confiscated when they attempted to visit Tibetan areas of Gansu, Sichuan, and Qinghai provinces ahead of the first anniversary of social unrest in Tibet.</cite></p>
<p><cite>For example, on February 27, PSB authorities detained Edward Wong and Jonathan Ansfield, two New York Times reporters, in Gansu Province for nearly 24 hours and forced them to board a flight back to Beijing the next day. On March 8, police detained Isabel Hormaeche, a producer with broadcaster TVE, and her team in Sichuan Province. Some of their materials were confiscated, and they were escorted out of the region. On March 9, authorities detained Beniamino Natale, a reporter with ANSA news agency, along with two colleagues for more than two hours after they visited a monastery in Qinghai Province. At approximately the same time, police repeatedly detained and followed Katri Makkonen of the Finnish Broadcasting Company on the road from Tongren to Xining, Qinghai Province. No explanation was given for the police actions.</cite></p>
<p><cite>In August Reporters Without Borders reported the arrests of four Tibetan writers: Zhuori Cicheng, the monk Gang Ni, journalist Tashi Rabten (aka Therang), and Kang Gongque. Kang Gongque was sentenced to two years in a Sichuan Province prison.</cite></p>
<p><cite>The government continued to jam radio broadcasts of Voice of America&#8217;s (VOA) and Radio Free Asia&#8217;s (RFA) Tibetan and Chinese-language services and the Oslo-based Voice of Tibet. In Tibetan areas of southern Gansu Province and the Kardze (Ganzi) Tibetan Autonomous Prefecture, Sichuan Province, police confiscated or destroyed satellite dishes suspected of receiving VOA Tibetan language television as well as VOA and RFA audio satellite channels. Some Tibetans reported that at times they were able to receive such radio broadcasts despite frequent jamming. Some Tibetans were able to listen to overseas Tibetan-language radio and television on the Internet.</cite></p>
<p><cite>Cell phone service and Internet service in the TAR and the Tibetan areas of Sichuan, Qinghai, and Gansu provinces were curtailed at times during the March period of sensitive anniversaries and the new &#8220;Serf Liberation Day&#8221; (see Academic Freedom and Protection of Cultural Heritage).</cite></p>
<p><cite>Officials also routinely denied foreign media representatives access to Tibetan areas, ostensibly out of concern for their safety. Domestic journalists reporting on repression in Tibetan areas faced punishment.</cite></p>
<p><strong><cite>Internet Freedom</cite></strong></p>
<p><cite>The Internet blog of well-known Tibetan poet and journalist, Tsering Woeser, remained inaccessible to Internet users inside China due to official Internet filtering. Authorities continued to refuse to issue Woeser a passport. Most foreign Tibet-related Web sites critical of official policy in Tibetan areas were blocked to users in China throughout the year. On March 24, government censors blocked the YouTube site after a video purporting to show police beating a Tibetan monk appeared on the site.</cite></p>
<p><cite>Official censorship greatly hampered the development of Tibetan-language Internet sites. Although the government funded projects designed to improve Tibetan-language computer interfaces, security agencies responsible for monitoring the Internet often lacked the language skills necessary to monitor Tibetan content. As a result, Tibetan-language blogs and Web sites were subject to blunt censorship, with entire sites closed down even when the content did not appear to touch upon sensitive topics.</cite></p>
<p><cite>On February 26, police in Machu County, Gannan Tibetan Autonomous Prefecture, arrested Kunchok Tsephel Gopey Tsang, owner of the Tibetan cultural and literary Web site &#8220;The Lamp,&#8221; which was taken off the Internet for several months. In November he was sentenced to 15 years in prison on charges of disclosing state secrets.</cite></p>
<p><cite>According to the Dui Hua Foundation, Gonpo Tserang was sentenced in Dechen, TAR, to three years in prison for &#8220;inciting separatism&#8221; by sending e-mail and text messages about the March 2008 protests. The verdict from the trial stated that &#8220;Gonpo Tserang used the Internet to deliberately fabricate rumors, distort the true situation to incite separatism.&#8221;</cite></p>
<p><cite>In February both Internet and cell phone text messaging was cut off in various parts of Kardze (Ganzi) and Aba prefectures in the TAR.</cite></p>
<p><strong><cite>Academic Freedom and Protection of Cultural Heritage</cite></strong></p>
<p><cite>Authorities in Tibetan areas required professors and students at institutions of higher education to attend political education sessions in an effort to prevent separatist political and religious activities on campus. Ethnic Tibetan academics were frequently encouraged to participate in government propaganda efforts, such as by making public speeches supporting government policies or accepting interviews by official media. Academics who failed to cooperate with such efforts faced diminished prospects for promotion. Academics in China who publicly criticized the Chinese Communist Party&#8217;s (CCP) policies on Tibetan affairs faced official reprisal. The government controlled curricula, texts, and other course materials as well as the publication of historically or politically sensitive academic books.</cite></p>
<p><cite>Rapid economic growth, the expanding tourism industry, the forced resettlement of nomads, and the introduction of more modern cultural influences continued to disrupt traditional living patterns and customs.</cite></p>
<p><cite>The 2002 revision of the 1987 Regulation on the Study, Use, and Development of the Tibetan Language in the TAR formally lowered the status of the Tibetan language from the primary working language to an optional language in many official contexts.</cite></p>
<p><cite>In January the Lhasa Municipal PSB began a city-wide &#8220;strike hard&#8221; campaign. Although ostensibly an anticrime operation, police searched private homes, guest houses, hotels, bars, and Internet cafes for photographs of the Dalai Lama and other politically forbidden items. Police examined the cell phones of Lhasa residents to search for &#8220;reactionary music&#8221; from India and photographs of the Dalai Lama. According to a foreign press report, more than 5,000 suspects were investigated, and at least 81 were detained. Human rights groups believed the motive behind the &#8220;strike hard&#8221; campaign was to harass human rights activists and supporters of Tibetan independence.</cite></p>
<p><cite>Many Tibetans both inside and outside the country advocated that the Losar Tibetan New Year holiday, which fell on February 25, be a day of remembrance and prayer, rather than celebration, in light of the deaths that occurred in 2008. To counter this Losar boycott, officials in many Tibetan regions ordered Tibetans to celebrate the holiday. In some Tibetan areas, authorities distributed fireworks to government offices and work units with orders that workers participate in celebrations. The state media devoted heavy coverage to Losar activities. More than 100 monks from Lutsang Monastery, in Guinan, Qinghai Province, conducted a candlelight vigil on the Tibetan New Year and a peaceful march to the county government headquarters. They were arrested, and all but six were released a few weeks later. In April four of the monks were sentenced to two years in prison.</cite></p>
<p><cite>On March 28, the TAR celebrated a newly created holiday, &#8220;Serf Emancipation Day,&#8221; to mark the day in 1959 that China&#8217;s rulers formally abolished the Dalai Lama&#8217;s regional government. Government-orchestrated celebrations included a large ceremony in the square of the Potala Palace and a televised musical gala. In the run-up to the new holiday, the official media launched a new round of criticism of the Dalai Lama. A government white paper released prior to the holiday stated the Dalai Lama&#8217;s family once owned 6,000 slaves, and the country&#8217;s liberation of Tibetan serfs &#8220;is entirely comparable to the emancipation of slaves in the American Civil War.&#8221;</cite></p>
<p><cite>The Dalai Lama and other observers expressed concern that development projects and other central government policies disproportionately benefited non-Tibetans and continued to promote a considerable influx of Han, Hui, and other ethnic groups into the TAR. On November 24, the Chinese government reported that the railroad into the TAR had carried 8.3 million passengers and 62.21 metric tons of freight since its opening in 2006.</cite></p>
<p><cite>Residents lacked the right to play a role in protecting their cultural heritage, including their environment. In 2007 the TAR government revised the TAR Cultural Relics Protection Regulations, asserting ownership over religious relics and monasteries.</cite></p>
<p><cite>Tibetan and Mandarin are official languages in the TAR, and both languages appeared on public and commercial signs. Mandarin was widely spoken and was used for most official communications. The illiteracy rate among Tibetans was more than five times higher (47.6 percent) than the national average (9.1 percent), according to 2000 census data. In many rural and nomadic areas, children received only one to three years of Tibetan-language education before continuing their education in a Mandarin-language school. According to official figures, the illiteracy rate among youth and working-age adults fell from 30.9 percent in 2003 to 2.4 percent in 2008. However, the illiteracy rate for this group was much higher in some areas. According to a 2006 report by the Xinhua News Agency, a looser definition of literacy was used for Tibetan speakers than for Mandarin speakers in rural Tibet. Tibetan-speaking peasants and nomads were considered literate if they could read and write the 30 letters of the Tibetan syllabary and read and write simple notes. Mandarin-speaking nomads and herders were considered literate if they could recognize 1,500 Chinese characters.</cite></p>
<p><cite>The government established a comprehensive national Tibetan-language curriculum, and many elementary schools in Tibetan areas used Tibetan as the primary language of instruction. Tibetan students also were required to study Chinese, and Chinese generally was used to teach certain subjects, such as arithmetic and science. In middle and high schools&#8211;even some officially designated as Tibetan schools&#8211;teachers often used Tibetan only to teach classes in Tibetan language, literature, and culture and taught all other classes in Chinese.</cite></p>
<p><cite>As a practical matter, proficiency in Mandarin was essential to qualify for higher education. China&#8217;s most prestigious universities provided no instruction in Tibetan or other ethnic minority languages. Lower-ranked universities established to serve ethnic minority students only offered Tibetan-language instruction in courses focused on the study of the Tibetan language or culture. At the minority universities, Tibetans and other ethnic minority students typically achieved high proficiency in Mandarin, since much of the curriculum, such as computer and business courses, was in Mandarin.</cite></p>
<p><cite>Leading universities generally required English language proficiency for matriculation. Most graduates of Tibetan schools, however, learned only Mandarin and Tibetan and were thus unable to attend the better universities. This resulted in a shortage of Tibetans trained in science and engineering and, consequently, a near-total reliance on imported technical specialists from outside the TAR to work on development projects inside the TAR.</cite></p>
<p><strong><cite>Freedom of Religion</cite></strong></p>
<p><cite>While the law provides for freedom of religious belief, the level of actual religious freedom remained poor. During the year the government maintained tight control over the teaching and practice of Tibetan Buddhism. During the year the CCP continued its efforts to discredit the Dalai Lama as a religious leader and link reverence for him with political opposition to the government and the CCP.</cite></p>
<p><cite>Press and NGO reports suggested that continued tight government controls on religious practices and places of worship in Tibetan areas, in addition to social and economic factors, were among the major reasons for the buildup of resentments that led to the widespread protests that began in March 2008. Although authorities permitted many traditional practices and public manifestations of belief, they promptly and forcibly suppressed activities they viewed as vehicles for political dissent or advocacy of Tibetan independence, including openly worshipping the Dalai Lama. Government officials closely associated Buddhist monasteries with pro-independence activism in Tibetan areas.</cite></p>
<p><cite>During the year authorities locked down many monasteries across Tibetan areas, detaining and physically abusing an unknown number of monks and nuns or expelling them from their monasteries. At year&#8217;s end more than 500 monks from other Tibetan areas outside of the TAR who were expelled from monasteries in Lhasa in 2008 had not been permitted to return. In some Tibetan regions, local PSBs installed cameras and opened police substations inside monasteries to monitor the behavior of monks.</cite></p>
<p><cite>On July 24, according to the TCHRD, Lobsang Tsultrim, the disciplinary head monk of the Jachung Monastery in a Qinghai Province, was expelled from his monastery and forbidden to join any other monastery after no monk turned up for a &#8220;patriotic education&#8221; session officials ordered him to call. Lobsang Tsultrim was accused of opposing the &#8220;patriotic education&#8221; campaign.</cite></p>
<p><cite>Following the March 2008 unrest, authorities forced many monks to attend weekly, sometimes daily, political education sessions. This policy continued during the year, although the frequency and intensity of these campaigns declined. During the year &#8220;patriotic education&#8221; and &#8220;legal education&#8221; programs continued to be held at monastic institutions, workplaces, businesses, and schools. In some areas these political education campaigns involved forced denunciations of the Dalai Lama. Officials also forced monks to remove portraits of the Dalai Lama from prayer halls and personal residences, although enforcement varied significantly by region. Restriction on religious expression was most intense at high-profile monasteries, such as Drepung and Sera in Lhasa, in Kardze (Ganzi), and Kirti Monasteries in Sichuan, Labrang in Xiahe, Gansu Province and Kumbum near Xining, Qinghai province</cite></p>
<p><cite>Security measures intensified in the TAR and other Tibetan areas during the Dalai Lama&#8217;s birthday, sensitive anniversaries, like the 50th anniversary of the 1959 Tibetan uprising in March, and festival days. The prohibition on celebrating the Dalai Lama&#8217;s birthday on July 6 continued.</cite></p>
<p><cite>The government continued to ban pictures of Gendun Choekyi Nyima, the boy recognized by the Dalai Lama as the Panchen Lama. Photographs of the &#8220;official&#8221; Panchen Lama, Gyaltsen Norbu, were not widely displayed except at some high-profile monasteries under tight government control and then only at the insistence of government leaders. However, photographs of the previous Panchen Lama, his daughter, and the Karmapa (the leader of Tibetan Buddhism&#8217;s Karma Kagyu schools and one of the most influential religious figures in Tibetan Buddhism who fled to India in 1999) were widely sold and displayed. The ability of Tibetan Buddhist monks and nuns to possess and display photographs of the Dalai Lama varied greatly depending on location. In general rural monasteries rarely visited by Han tourists and officials were able to display photographs of the Dalai Lama. In some monasteries, monks were able to display photographs of the Dalai Lama in their private quarters, although such images were not always allowed to be shown in public areas.</cite></p>
<p><cite>The government restricted ethnic Han Buddhists from living and studying in monasteries in the TAR and other Tibetan areas. Monks outside the TAR desiring to study in the TAR are required to obtain official permission from the religious affairs bureaus (RABs) of their home province and the TAR or Tibetan area involved, and such permission was not readily granted.</cite></p>
<p><cite>Although Tibetan monks were not allowed to conduct large-scale religious teachings outside Tibetan areas, many monks continued to give private teachings to audiences in non-Tibetan regions of China. According to reports, ethnic Han Buddhists outside Tibetan areas were sometimes discouraged from inviting Tibetan monks to give teachings. Such visits required explicit permission from both the monk&#8217;s local RAB and the receiving province&#8217;s RAB. Nevertheless, Tibetan monks sometimes traveled in plain clothes outside the TAR and other Tibetan areas to teach.</cite></p>
<p><cite>Monasteries in the TAR and major monasteries in other Tibetan areas were not allowed to establish relationships with other monasteries or hold joint religious activities. One example was the repeated refusal of authorities in Barkham County in the TAR to grant permission to hold an annual religious event at the Tsodham Monastery. This event, scheduled to take place in early 2010, would have brought together monks from 50 monasteries in the Kham and Amdo areas of the TAR.</cite></p>
<p><cite>The government continued to fund restoration efforts of religious and cultural sites as part of its program to develop tourism in Tibetan areas. Many Tibetans worried that the promotion of tourism to monasteries distracted monks from their religious work.</cite></p>
<p><cite>For a more detailed discussion, see the 2009 International Religious Freedom Report at www.state.gov/g/drl/rls/irf/.</cite></p>
<p><strong><cite>Freedom of Movement</cite></strong></p>
<p><cite>The law provides for the freedom to travel; however, in practice the government strictly regulated travel and freedom of movement of Tibetans.</cite></p>
<p><cite>Freedom of movement, particularly for monks and nuns, was limited severely within Lhasa and throughout the TAR, and in Tibetan areas of Qinghai, Gansu, and Sichuan provinces. The PAP and local PSBs set up multiple roadblocks and checkpoints on major roads, in cities, and on the outskirts of monasteries. Tibetans traveling in religious attire were subject to extra scrutiny by police at roadside checkpoints. Several Tibetan monks reported that it remained difficult to travel outside their home monasteries, with officials frequently denying permission for outside monks to stay temporarily at a particular monastery for religious education.</cite></p>
<p><cite>Many Tibetans, particularly prominent religious figures, scholars, and dissidents, as well as those from rural areas, continued to report difficulties obtaining passports. It has been more difficult for Tibetans to obtain passports following the March 2008 protests. The renewal of existing passports was also difficult for ethnic Tibetans. In some cases, Tibetans had to promise not to travel to India to obtain a passport. In some cases Tibetan students with scholarships to foreign universities could not study abroad because authorities refused to issue them a passport.</cite></p>
<p><cite>Tibetans continued to encounter substantial difficulties and obstacles in traveling to India for religious, educational, and other purposes. Government and CCP cadres in the TAR and Kardze (Ganzi) Prefecture in Sichuan were not allowed to send their children to study abroad. In addition to passport restrictions, reinforcement of border posts made travel, such as pilgrimages to Nepal and India to see the Dalai Lama, more difficult.</cite></p>
<p><cite>The government restricted the movement of Tibetans during sensitive anniversaries and events and increased controls over border areas at these times. There were reports of arbitrary detention of persons, particularly monks and nuns, returning from India and Nepal. Detentions generally lasted for several months, although in most cases authorities did not bring formal charges against prisoners.</cite></p>
<p><cite>Tight border controls sharply limited the number of persons crossing the border into Nepal and India. The Tibet Reception Center in Dharamsala, India, received 838 visitors during the year. While this number was an increase from 2008, it was still down significantly from previous years.</cite></p>
<p><cite>The Dalai Lama, the Karmapa, and leaders of all other schools of Tibetan Buddhism remained in exile.</cite></p>
<p><cite>The government also regulated foreign travel to the TAR. In accordance with a 1989 regulation, foreign visitors were required to obtain an official confirmation letter issued by the PRC government before entering the TAR. Most tourists obtained such letters by booking tours through officially registered travel agencies. Authorities halted nearly all foreign travel to Lhasa for several months following the March 2008 demonstration. Foreign tourists were again banned from the TAR in March during the 50th anniversary of the 1959 Tibetan uprising. After March the number of foreign tourists traveling to Tibet increased, but authorities enforced more tightly than before existing rules that foreign visitors must remain with tour groups.</cite></p>
<p><cite>Foreign nationals who were granted official permission to travel to Lhasa again had their movements restricted within the city and surrounding areas. PRC officials continued to severely restrict the access of diplomats and journalists to Tibet. Foreign officials and reporters were able to travel to the region only on closely chaperoned trips arranged by the Tibet Foreign Affairs Office. Foreign diplomats must obtain permission from the TAR&#8217;s Foreign Affairs Office for each visit to the TAR; permission was difficult to obtain.</cite></p>
<p><cite>Official visits to the TAR were supervised closely and afforded delegation members very few opportunities to meet local residents not previously approved by the authorities. With the exception of a few highly controlled trips, authorities repeatedly denied requests for international observers to visit Tibetan areas to assess the situation.</cite></p>
<p><strong><cite>National Minorities</cite></strong></p>
<p><cite>Although TAR census figures showed that Tibetans made up 92 percent of the TAR&#8217;s permanently registered population, official figures did not include a large number of long-, medium-, and short-term Han residents, such as cadres, skilled workers, unskilled laborers, military and paramilitary troops, and their dependents. Chinese social scientists estimated the number of this floating population, including tourists and visitors on short-term business trips, for Lhasa alone was more than 200,000 (nearly half the population of Lhasa and more than 10 percent of the TAR&#8217;s population) during the May to November high season for tourism and migrant workers.</cite></p>
<p><cite>Migrants to the TAR overwhelmingly were concentrated in urban areas, where government economic policies disproportionately benefited Han Chinese. Small businesses, mostly restaurants and retail shops, run by Han and Hui migrants predominated in cities throughout Tibetan areas. Tibetans continued to make up nearly 98 percent of the rural population, according to official census figures.</cite></p>
<p><cite>The government continued its resettlement campaign of Tibetan nomads into urban areas across the TAR and other Tibetan areas. Officials offered nomads monetary incentives to kill or sell their livestock and move to newly created Tibetan communities. However, reports existed of incidences of compulsory resettlement with promised compensation that either failed to materialize or was inadequate.</cite></p>
<p><cite>In January 2007 TAR Party Secretary Zhang Qingli stated that the restructuring of Tibetan farming and grazing communities was not only to promote economic development but also to counteract the Dalai Lama&#8217;s influence. He also stated that to do so was essential for &#8220;continuing to carry out major development of west China.&#8221; According to a March 20 Xinhua report on the progress to settle all 219,800 herder households in the TAR, by the end of 2008, 200,000 households, including one million farmers and herders, had been settled into permanent housing.</cite></p>
<p><cite>Improving housing conditions and education for Tibet&#8217;s poorest were among the goals of resettlement, yet a requirement that villagers build houses according to strict official specifications within two or three years often forced resettled families into debt to cover construction costs.</cite></p>
<p><cite>Although a 2008 state media report noted that Tibetans and other minority ethnic groups made up 69 percent of government employees in the TAR, ethnic Han continued to hold the top CCP positions in nearly all counties and prefectures, including that of TAR party secretary. Tibetans holding government positions were prohibited from worshipping at monasteries or practicing their religion.</cite></p>
<p><cite>The economic and social exclusion of Tibetans was a major reason why such a varied cross section of Tibetans, including business operators, workers, students, university graduates, farmers, and nomads participated in the 2008 protests. Some Tibetans reported that they experienced discrimination in employment, and some job advertisements in the TAR noted that Tibetans need not apply. Some claimed that Han Chinese were hired preferentially for many jobs and received greater pay for the same work. Some Tibetans reported that it was more difficult for Tibetans than Han to obtain permits and loans to open businesses. The use of the Mandarin language was widespread in urban areas and many businesses limited employment opportunities for Tibetans who did not speak Mandarin. New restrictions on international NGOs that provide assistance to Tibetan communities resulted in the elimination of many NGO programs and the expulsion of many foreign NGO workers from the TAR.</cite></p>
<p><cite>The TAR tourism bureau continued its policy of refusing to hire Tibetan tour guides educated in India or Nepal. Government officials stated that all tour guides working in the TAR were required to seek employment with the Tourism Bureau and pass a licensing exam on tourism and political ideology. The government&#8217;s stated intent was to ensure that all tour guides provided visitors with the government&#8217;s position opposing Tibetan independence and the activities of the Dalai Lama. Some ethnic Tibetan tour guides in the TAR complained of unfair competition from government-sponsored &#8220;Help Tibet&#8221; tour guides brought in from outside the TAR and put to work after receiving a crash course on Tibet.</cite></p>
<p><strong><cite>Women and Children</cite></strong></p>
<p><cite>There were no formal restrictions on women&#8217;s participation in the political system, and women held many lower-level government positions. However, women were underrepresented at the provincial and prefecture levels of government. According to an official Web site, female cadres in the TAR accounted for more than 30 percent of the TAR&#8217;s total cadres.</cite></p>
<p><cite>There was no information on the incidence of rape or domestic violence.</cite></p>
<p><cite>Prostitution was a growing problem in Tibetan areas, and hundreds of brothels operated semi-openly in Lhasa. International development workers in the TAR reported there were no reliable data on the number of persons engaged in the commercial sex trade in Lhasa and Shigatse, the TAR&#8217;s two largest cities. Some of the prostitution occurred at sites owned by the CCP, the government, and the military. Most prostitutes in the TAR were ethnic Han women, predominantly from Sichuan Province. However, some ethnic Tibetans, mainly young girls from rural or nomadic areas, also engaged in prostitution. While the incidence of HIV/AIDS among those in prostitution in Tibetan areas was unknown, the TAR Health Bureau reported 102 cases of HIV/AIDS in the TAR between 1993 and 2009, including 28 new cases during January and November. Lack of knowledge about HIV transmission and economic pressures on women and girls engaged in prostitution led them to engage in unprotected sex.</cite></p>
<p><cite>Family planning policies permitted Tibetans and members of other relatively small minority groups to have more children than ethnic Han. Some urban Tibetans who have permanent employment, as well as CCP members and government officials, and some ethnic Han living in Tibetan areas, generally were limited to two children. Rural Tibetans were encouraged, but not required, to limit births to three children.</cite></p>
<p><cite>According to official policy, primary education was compulsory, free, and universal. According to official TAR statistics, 96.5 percent of children between the ages of six and 13 attended school, and 90 percent of the TAR&#8217;s 520,000 primary school students completed lower middle school, for a total of nine years of education. In 2003 the UN Special Rapporteur on the Right to Education reported that official Chinese education statistics did not accurately reflect attendance and were not independently verified.</cite></p>
<p><cite>The TAR is one of the few areas of China that does not have a skewed sex ratio resulting from sex-selective abortion and inadequate health care for female infants.</cite></p>
<blockquote><p>(Quelle: <a href="http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2009/eap/135989.htm#tibet" target="_blank">„2009 Human Rights Report: China” des US-State Department</a>)</p></blockquote>
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		<title>Tibet – Eine wichtige Frage f&#252;r China</title>
		<link>http://tibetnews.de/2009/10/18/tibet-%e2%80%93-eine-wichtige-frage-fur-china/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 06:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibetnews</dc:creator>
				<category><![CDATA[News Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[special]]></category>

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		<description><![CDATA[Francesco Sisci untersucht die Tibetkrise von einer ungewohnten Position her. Er hinterfragt den ideologischen Rahmen der Volksrepublik zur Bew&#228;ltigung von Krisen und stellt dabei fest, da&#223; China an seinen lieben Gewohnheiten, die selbst Geschichte geworden sind, festh&#228;lt und mitnichten nach der Staatsgr&#252;ndung ein neues Interpretationsschema hat. Die Geschichte soll als Begr&#252;ndung dienen, doch da hapert es an allen Enden. N&#228;hme China seine Geschichte wirklich ernst, m&#252;&#223;te es von Kublai Khan lernen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Francesco Sisci</strong></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-1714" style="margin: 5px;" title="Francesco Sisci" src="http://tibetnews.de/wp-content/uploads/2009/10/Sisci.jpg" alt="Francesco Sisci" width="200" height="150" />Sisci untersucht die Tibetkrise von einer ungewohnten Position her. Er hinterfragt den ideologischen Rahmen der Volksrepublik zur Bew&#228;ltigung von Krisen und stellt dabei fest, da&#223; China an seinen lieben Gewohnheiten, die selbst Geschichte geworden sind, festh&#228;lt und mitnichten nach der Staatsgr&#252;ndung ein neues Interpretationsschema hat. Die Geschichte soll als Begr&#252;ndung dienen, doch da hapert es an allen Enden. N&#228;hme China seine Geschichte wirklich ernst, m&#252;&#223;te es von Kublai Khan lernen. China ist jetzt ein modernes, die Weltpolitik mitbestimmendes Land, doch seine Rolle in der Welt interpretiert es nach dem alten Muster. Die Moderne fing mit Umw&#228;lzungen im Denken an und genau da will China nicht mitmachen. Die Toleranz, einer der Schl&#252;sselbegriffe der Moderne, entwickelt aus religi&#246;sen Streitigkeiten und Kriegen in Europa, ist in China noch nicht angekommen.</em></p>
<p><em>Eine ganze Reihe historischer Landkarten Asiens aus diversen Epochen, auf denen Tibet figuriert, gibt es auf der Website “<a href="http://www.alternative-tibetaine.org/ressources.htm" target="_blank">Alternative Tibétaine”</a>:</em></p>
<p>Selbst wenn man an die Geschichte mit der besten Absicht herantritt, gibt es keinen historischen Beweis, der die gegenw&#228;rtigen Beziehungen zwischen Tibet und Peking rechtfertigen w&#252;rde – oder von tibetischer Seite aus gesehen, keinen Gegenbeweis. Tatsache ist, da&#223; China aus der Geschichte, die ihm seit Hunderten von Jahren als ideologisches Werkzeug dient, seine heutigen Territorialanspr&#252;che nicht mehr rechtfertigen kann.</p>
<p>Eigentlich braucht China gar nicht auf die Geschichte zu verweisen, um sein heutiges Staatsgebiet f&#252;r rechtsm&#228;&#223;ig zu erkl&#228;ren. Die Geopolitik w&#252;rde ein ausreichendes Motiv liefern. Wenn man aber bei der Tibetfrage die Geschichte beiseite l&#228;&#223;t, hinterl&#228;&#223;t das eine L&#252;cke in der modernen chinesischen Ideologie und es k&#246;nnte sehr gef&#228;hrlich werden, wenn man Geschichte durch simple Geopolitik ersetzte: Es mu&#223; eine Politik geben, die in und au&#223;erhalb von China konsensf&#228;hig ist. Letzten Endes ist der Kern der Tibetproblematik nichts anderes als die falsche Regierungspolitik – und dazu geh&#246;rt auch, da&#223; Peking nicht damit zurechtkommt, da&#223; zahlreiche Tibeter sich dem Dalai Lama verbunden f&#252;hlen.</p>
<p>Jahrhundertelang stellte die Geschichte, ihre Behandlung und Manipulierung den Rahmen f&#252;r die Schaffung der notwendigen ideologischen Paradigmen dar, um China zu regieren. M&#246;glicherweise beruhte die Faszination f&#252;r den Marxismus Anfang des vergangenen Jahrhunderts auf dessen historischem Materialismus, der mit den Schl&#252;sselaspekten des kulturellen Nationalcharakters Chinas &#252;bereinstimmte: Leidenschaft f&#252;r Geschichte und eine sehr praktische Natur. Die beiden Elemente, Geschichte und Praxis, gingen offenbar viele hundert Jahre lang Hand in Hand.</p>
<p>Die gegenw&#228;rtige Tibetkrise, die sich vor den Augen der Welt&#246;ffentlichkeit ereignet, stellt diesen Rahmen jedoch in noch nie dagewesener Art und Weise in Frage, und sie k&#246;nnte China dazu zwingen, nach einem neuen Ausschau zu halten. Praxis und praktische Gr&#252;nde sind offenbar nicht mehr im Einklang mit der Geschichte und ihrer Manipulation zu bringen, die bis zu dem Punkt strapaziert wurden, dass sie nicht mehr aufrechtzuerhalten sind. Eine durch den Sinn f&#252;r das richtige Ma&#223; und Harmonie geleitete geopolitische Begr&#252;ndung k&#246;nnte China ein besseres Paradigma f&#252;r die Betrachtung der modernen als auch der alten Geschichte liefern.</p>
<p>Der Aufstand vom 14. M&#228;rz 2008 in Lhasa und die anschlie&#223;enden Demonstrationen in den von Tibetern bewohnten Regionen Chinas haben in der Tat Fragen aufgeworfen, die f&#252;r die Zukunft des Landes &#252;beraus bedeutsam sind. Diese Herausforderungen gehen &#252;ber das blo&#223;e Ausma&#223; des Protestes und &#252;ber das akute Problem, die friedliche Vollendung der Olympischen Sommerspiele im August zu gew&#228;hrleisten, weit hinaus. Die Themen sind von grundlegender Art, es geht um die Geschichte, die Geographie und die Rolle Chinas in der Welt.</p>
<p><strong> Historische Schlaglichter</strong></p>
<p>Nach offizieller chinesischer Lesart geh&#246;rt Tibet schon seit der Yuan-Dynastie oder gar noch fr&#252;heren Zeiten zu China. Die offizielle Geschichte Tibets liest sich kurz gesagt so:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Dem Tubo-Stammesf&#252;hrer Songtsan Gambo gelang es, mehr als 80 separate St&#228;mme zusammenzubringen und so das K&#246;nigreich Tubo zu gr&#252;nden, das einen gro&#223;en Teil dessen umfa&#223;te, was sp&#228;ter als Tibet bekannt wurde. Zweimal schickte er Gesandte mit der Forderung an den Hof der Tang-Dynastie, da&#223; ihm jemand von der kaiserlichen Familie zur Gemahlin gegeben werde. Im Jahr 641 wurde schlie&#223;lich Prinzessin Wencheng, ein Mitglied von Kaiser Taizongs Familie, f&#252;r diese Rolle auserkoren. (1)</p>
<p>Nach der offiziellen Geschichtsschreibung wurde diese Beziehung einige Jahrhunderte sp&#228;ter systematisch ausgebaut.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Im Jahr 1271 w&#228;hlten die mongolischen Eroberer f&#252;r ihre Dynastie den Namen Yuveran. 1279 einten sie schlie&#223;lich ganz China. Die neu gebildete Zentralregierung &#252;bte weiterhin Kontrolle &#252;ber Tibet aus und schlo&#223; es als direkt regierte Verwaltungseinheit ins Reich ein. Unter Ber&#252;cksichtigung des konkreten Charakters der &#246;rtlichen geschichtlichen Tradition, der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse, der Umweltbedingungen, der Ethnizit&#228;t und Religion ordneten die Yuan-Herrscher spezielle Ma&#223;nahmen f&#252;r die Verwaltung Tibets an, die sich von der in den anderen zehn Verwaltungsbezirken praktizierten Politik unterschieden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">1) 1270 verlieh Kaiser Kublai Khan dem Lama Pagba, dem Oberhaupt der Sakya-Schule, den offiziellen Titel eines Kaiserlichen Beraters. In der gesamten chinesischen Geschichte nahm niemals ein M&#246;nch eine h&#246;here offizielle Position ein.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Von da an war der Kaiserliche Berater ein hochrangiger W&#252;rdentr&#228;ger in der Zentralverwaltung, der direkt vom Kaiser ernannt wurde. Er war f&#252;r die Buddhisten in ganz China zust&#228;ndig und f&#252;r alle Angelegenheiten, die Tibet betrafen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">2) Kurz nach Errichtung der Yuan-Dynastie wurde der Zongzhi Yuan gebildet, der dann f&#252;r die buddhistischen Belange der ganzen Nation und die Milit&#228;r- und Verwaltungsangelegenheiten Tibets verantwortlich war. 1288 wurde er in Xuanzheng Yuan umbenannt. F&#252;r gew&#246;hnlich war der Premierminister der Vorsitzende des Xuansheng Yuan, w&#228;hrend gleichzeitig ein vom Kaiserlichen Berater ernannter M&#246;nch die Position des Vizepr&#228;sidenten einnahm. Dies war das erste Mal in der chinesischen Geschichte, da&#223; ein zentrales Gremium gebildet wurde, um sich mit tibetischen Angelegenheiten zu befassen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">3) Tibet wurde in mehrere Verwaltungsbezirke aufgeteilt und es wurden Beamte unterschiedlichen Ranges damit beauftragt, die Verwaltung effizient zu organisieren. Die Verantwortung lag beim Kaiserlichen Berater. (2)</p>
<p>Dennoch sind die Begr&#252;ndungen f&#252;r die heutige Inkorporation Tibets in den chinesischen Staat aus zwei Gr&#252;nden schwach: Zum einen gibt es Kontroversen dar&#252;ber, inwieweit die Yuan-Dynastie &#252;berhaupt zur chinesischen Tradition geh&#246;rt. Die Herrscher waren Mongolen, die offizielle Hofsprache war Mongolisch oder Farsi und die ethnischen Chinesen waren B&#252;rger zweiter Klasse.</p>
<p>Au&#223;erdem kann man geteilter Meinung dar&#252;ber sein, ob es in Tibet und dessen Verwaltung tats&#228;chlich eine echte Machtaus&#252;bung durch die Mongolen gab. Sie intervenierten, um die eine oder andere Fraktion in den innertibetischen Machtk&#228;mpfen zu st&#228;rken, aber es ist zweifelhaft, ob sie dadurch jemals zu tats&#228;chlicher Herrschaft &#252;ber Tibet gelangten. Sogar in der Ming-Zeit wurde Tibet als au&#223;erhalb der traditionellen Provinzen des „Ureigensten Chinas“ behandelt. Wie Thomas Bartlett das Thema zusammenfasst: „Die mongolische Yuan-Dynastie &#252;bte nur durch die tibetischen religi&#246;sen Oberh&#228;upter Kontrolle &#252;ber Tibet aus. Die Mongolen haben Tibet niemals erobert oder beherrscht.“</p>
<p>Erst w&#228;hrend der Qing-Dynastie (1644-1912) &#228;nderte sich die Sachlage gravierend. Damals war Tibet ein wichtiger Teil eines gro&#223;en Spiels um die Macht zwischen den Mandschu, den Zunghar-Mongolen und den Russen. Jahrzehntelang stritten die Mandschu und Zungharen &#252;ber die Kontrolle &#252;ber Tibet.</p>
<p>F&#252;r die Mandschu war politisch essentiell, eine Allianz zwischen den spirituellen Oberh&#228;uptern in Tibet und der mongolischen Milit&#228;rmacht aus der Steppe zu verhindern. Bei zeremoniellen Dialogen verglich sich der Kangxi-Kaiser seinem tibetischen buddhistischen Lehrmeister Phagspa gegen&#252;ber, der selbst als Wiedergeburt des Lebendigen Buddhas der Gelben Sekte am Hof der Qing galt, mit einer Reinkarnation von Kublai Khan (1260-1294).</p>
<p>Dieser Vergleich war nicht angemessen: Kublai Khan war von seinen religi&#246;sen Anschauungen zutiefst &#252;berzeugt, w&#228;hrend die Behauptung des Mandschu-Kaisers ausschlie&#223;lich politisch motiviert war. Es gilt als sicher, da&#223; er in den Mord am VI. Dalai Lama im Jahr 1706 verwickelt war; er hatte ein Motiv und die n&#246;tigen Mittel. Als der VI. Dalai Lama 1708 als der VII. wiedergeboren wurde, wurde er in der Region Kham gefunden (chin. Xikang, gegenw&#228;rtig Lithang im &#228;u&#223;ersten Westen von Sichuan, wo damals Mandschu-Garnisonen die Kontrolle aus&#252;bten). Das kam den Mandschu sehr zupass. Der Kangxi-Kaiser wurde der Pate des Knaben, &#252;berwachte seine ersten Lebensjahre und lie&#223; ihn 1720 nach Lhasa eskortieren, um dort seinen Sitz einzunehmen.</p>
<p>Manche Qing-Dokumente datieren die Annexion Tibets auf diesen Zeitpunkt, aber dabei handelt es sich um eine raffinierte &#220;bertreibung. Die Mandschu wollten die Dalai Lamas ohne jeden Zweifel zu ihren Marionetten machen, in einem Dekret, das der Kangxi-Kaiser 1721 herausgab, behauptete er f&#228;lschlicherweise, Tibet habe schon seit &#252;ber 80 Jahren der „Oberlehnsherrlichkeit“ der Mandschu unterstanden und er versuchte, die Beziehung nun in engere Begriffe zu fassen. Die Tibeter „interpretierten dies in ihrem traditionellen Konzept vom Schutzherrn und Geistlichen“. Das hei&#223;t, sie erfa&#223;ten das politische Konzept der angeblichen Verbindung des Kaisers mit dem Dalai Lama gar nicht. In der damaligen Situation sowie auf lange Sicht waren die Manchu nicht erfolgreicher als ihre Vorg&#228;nger auf dem chinesischen Thron. In allen innenpolitischen Bereichen war Tibet vom China der Qing-Zeit v&#246;llig unabh&#228;ngig, und die regierenden Lamas hatten auch keine weiterf&#252;hrenden politischen Interessen. (3)</p>
<p>Die Feststellung von Frederick W Mote, da&#223; der f&#252;r mongolische und russische Angelegenheiten zust&#228;ndige Lifan Yuan auch tibetische Fragen behandelte, unterstreicht das noch. Die Mongolei geh&#246;rte zum Qing-Reich oder schlo&#223; sich dessen Rivalen in Zentralasien, den Zungharen an; Russland war die aufsteigende Macht in Zentral- und Nordwestasien.</p>
<p><strong>Es wird sogar noch verzwickter. Perdue schreibt:</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Neu aufflammende interne Konflikte [in Tibet] veranlassten den Kaiser [Yongzhen] entgegen seiner urspr&#252;nglichen Absichten die zweite schwerwiegende milit&#228;rische Intervention in Tibet zu genehmigen. Die 1720 von der Invasionsarmee der Qing eingesetzte Milit&#228;rregierung wurde von den Tibetern begr&#252;&#223;t, denn sie waren froh, da&#223; die brutalen Zungharen-Soldaten aus dem Land gejagt wurden. Der von den Zungharen ausgepl&#252;nderte Potala-Palast wurde renoviert und mit kaiserlicher Unterst&#252;tzung sogar ausgebaut. Die Regentschaft wurde abgeschafft und der damals zw&#246;lfj&#228;hrige VII. Dalai Lama fungierte als Galionsfigur f&#252;r die Herrschaft der f&#252;hrenden tibetischen Adligen. Die beiden m&#228;chtigsten waren Sonam Stobgyal, das Haupt der Polha in Westtibet, die auch als Polhanas bekannt sind, und Kancennas. Beide hatten den Widerstand gegen die Zungharen geleitet. Den drei als Asaham Amba bezeichneten Mandschu-Beamten, die die Verwaltung &#252;berwachten, stand eine Garnison von 3000 Mann zur Verf&#252;gung. Die Regierungsgewalt lag jedoch in der Hand der lokalen Herrscher, deren Machtaus&#252;bung recht instabil war und die nicht in der Lage waren, einen funktionierenden Zentralrat einzurichten.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die chinesische Besatzungsarmee erwies sich f&#252;r die Tibeter als schwere Last. Der Getreidepreis stieg st&#228;ndig, obwohl die Qing immense Summen daf&#252;r ausgaben, Getreide aus Tausenden von Kilometern entfernten Gegenden im Inneren Chinas herbeizuschaffen. Die Gener&#228;le Nian Genyao und Yanxin hatten mit Kangxi die baldm&#246;glichste Reduzierung des Milit&#228;rs in Lhasa vereinbart. Weil der Kaiser den Frieden mit den Zungharen erhalten und die Zivilbev&#246;lkerung entlasten wollte, befahl er den schnellen und vollst&#228;ndigen R&#252;ckzug der Truppe. Auf diese Weise sollten die von ihm angestrebten Ausgabenk&#252;rzungen realisiert werden. Kancennas bat den Kaiser eindringlich, den Truppenabzug nochmals zu &#252;berdenken. (4)</p>
<p>Diese Zusammenfassung steht nicht in Widerspruch zu Motes Darstellung. Sie l&#228;sst Raum f&#252;r die Auseinandersetzung mit der tats&#228;chlichen Rolle der Mandschu in den innertibetischen Angelegenheiten und betont die Stellung des tibetischen Adels. Sie zeigt auf, da&#223; Yongzhen vor allem an der Beschwichtigung der Zungharen gelegen war und er deshalb kein Interesse an der Aufrechterhaltung der vollen Kontrolle &#252;ber Tibet hatte. Das h&#228;tte n&#228;mlich zu neuen Konflikten, sowohl mit den kriegerischen und in einer schwierigen Aufl&#246;sungsphase befindlichen mongolischen als auch mit den sich westw&#228;rts ausbreitenden Russen, f&#252;hren k&#246;nnen. All dies zeigt, da&#223; es zwei Gr&#252;nde f&#252;r den chinesischen R&#252;ckzug aus Tibet gab: Tibet war zu arm, um eine gro&#223;e chinesische Truppe ern&#228;hren zu k&#246;nnen, und es war damals sehr schwer und kostspielig, gen&#252;gend Nahrungsmittel f&#252;r die Soldaten aus den benachbarten Provinzen herbeizuschaffen.</p>
<p><strong> Aktuelle Geopolitik</strong></p>
<p>Jetzt k&#246;nnte China behaupten, da&#223; die Lage sich heute v&#246;llig anders darstellt. Die Logistik funktioniert, und China ist reich genug, um seine Garnisonen in Lhasa und anderswo in Tibet zu unterhalten. Es muss keine Zungharen und andere lokalen Rivalen mehr beschwichtigen und ist nicht mit vorr&#252;ckenden ausl&#228;ndischen M&#228;chten wie Russland im 18.Jahrhundert konfrontiert. Deshalb kann China heute tun, was es sich damals nicht leisten konnte – die vollst&#228;ndige Kontrolle &#252;ber Tibet aus&#252;ben. Dennoch l&#228;sst sich das politische Verh&#228;ltnis zwischen Tibet und China als seit damals unver&#228;ndert beschreiben.</p>
<p>Auch die Anerkennung der „Oberlehnsherrlichkeit“ Chinas &#252;ber Tibet durch die Briten zur Zeit des Kaisers Qianlong ist in Betracht zu ziehen. Dieses Konzept der „Oberlehnsherrlichkeit“ war gewiss schwach und wurde zu undifferenziert auf die politischen Beziehungen zwischen Peking und anderen „Territorien“ wie Korea oder Siam (das heutige Thailand) angewendet, die sich heute „in Sicherheit“ au&#223;erhalb des chinesischen Machtanspruchs befinden. Aber dieser schwache und vage Begriff passte offenbar recht gut zu den Ambitionen der Briten, die Zugriff auf China erlangen wollten. Die Russen schw&#228;chten das Qing-Reich von Norden aus, die Franzosen nisteten sich im S&#252;den ein und strebten von Vietnam aus nach Norden, die Engl&#228;nder wollten sich von Indien aus den Himalaya aneignen. Es lag also im Interesse all dieser M&#228;chte, die Schw&#228;che der chinesischen Herrschaft &#252;ber Tibet und andere Gebiete zu zementieren, gleichg&#252;ltig ob de jure oder de facto.</p>
<p>Aus der Perspektive der neuesten Geschichte betrachtet, hat es etwas wie die umfassende Herrschaft, welche die chinesischen Kommunisten seit 1950 &#252;ber Tibet aus&#252;ben, vorher noch niemals gegeben. Es hat allerdings auch nie etwas gegeben wie die umfassende Herrschaft der chinesischen Kommunisten &#252;ber ganz China. Die vorausgehenden Dynastien waren zufrieden mit der Herrschaft einiger 100.000 Beamter &#252;ber eine Bev&#246;lkerung von 400 Millionen wie beispielsweise in der Qianlong-&#196;ra. (5)</p>
<p>Selbst wenn wir die Anzahl der Beamten mit 20 multiplizieren, weil wir annehmen, da&#223; der durchschnittliche Beamte &#252;ber ca. 20 Schreiber, Wachen und Sekret&#228;re verf&#252;gte, kommen wir immer noch auf nur einen Beamten f&#252;r je 200 Menschen.</p>
<p>Zudem war es ein zweipoliges System. Die Mandarine unterstanden direkt der Zentralregierung, w&#228;hrend die Wachen und Sekret&#228;re Untergebene der &#246;rtlichen Verwaltung waren. Deshalb war es f&#252;r die Zentralregierung kaum m&#246;glich, einen Lokalbeamten zu umgehen, der in seinem Bereich handeln konnte wie ein Kaiser. So kam es, da&#223; die Verwaltung der D&#246;rfer in erster Linie in der Hand der &#246;rtlichen Granden und der Mitglieder reicher Familien lag, die mit einem derzeitigen oder verstorbenen Beamten verwandt waren.</p>
<p>Im Gegensatz dazu richteten die Kommunisten in jedem Weiler Parteizellen ein und bauten die Parteistruktur rasch aus. Sie setzten eine strikte Parteidisziplin durch, f&#252;hrten Schulungen durch und verschufen Peking auf diese Weise umfassenden Zugriff auf jede Region des Landes. Die moderne Telekommunikation unterst&#252;tzte diese Politik zus&#228;tzlich. Bei etwas unter 1,4 Milliarden Menschen gibt es heute &#252;ber 70 Millionen Parteimitglieder. Das ist ein Kader auf knapp 20 Personen und somit eine zehnfache Vermehrung des Verh&#228;ltnisses gegen&#252;ber der Vorg&#228;ngerdynastie.</p>
<p>Ferner unterstehen heutzutage alle Beamten zumindest theoretisch der Zentralregierung und k&#246;nnen auch zentral kontrolliert werden. Theoretisch kann sich niemand lange als Lokalkaiser gerieren, denn die Zentralregierung verf&#252;gt &#252;ber die Mittel und Organisationsstrukturen, um mittlere oder niedere R&#228;nge auszuschalten. In gewisser Weise kann man die Gewalt der Partei &#252;ber Tibet mit ihrer Gewalt &#252;ber ganz China vergleichen.</p>
<p>Die folgenden Argumente sind wichtig, denn sie liefern die notwendige Legitimierung f&#252;r die gegenw&#228;rtige chinesische Herrschaft &#252;ber Tibet. Ohne sie bliebe vom chinesischen Anspruch auf Tibet nur die rohe Gewalt, und das w&#252;rde Chinas Ansehen im Ausland und im eigenen Land schaden. Die Idee daf&#252;r stammt aus den Jahren nach 1950.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Mit der Errichtung der VR China verf&#252;gte das Land erstmals seit dem Zusammenbruch der Qing-Dynastie &#252;ber eine Regierung mit der F&#228;higkeit und dem Willen, sich die Herrschaft &#252;ber Tibet zu sichern. F&#252;r die F&#252;hrung der VR China – insbesondere die Intellektuellen darunter – boten die wahllosen Eroberungen fr&#252;herer Zeiten kein sinnvolles historisches Konzept f&#252;r die Zukunft; im Umfeld der vom dialektischen Materialismus gepr&#228;gten Geschichtsschreibung musste die Einbeziehung Tibets in den chinesischen Staat geltend gemacht, belegt und wissenschaftlich legitimiert werden. Der ideologische Imperativ zwang die VR China dazu, sich genauer mit der Natur der historischen Zugeh&#246;rigkeit Tibets zu China zu befassen. Das ist der Ursprung f&#252;r die in den letzten Jahrzehnten g&#252;ltige Lesart: die Erkl&#228;rung, Tibet sei im mongolischen Kaiserreich zum untrennbaren Bestandteil Chinas geworden, als die mongolischen Herrscher &#252;ber China Tibet und China vereinigten. (6)</p>
<p>F&#252;r die damalige Ideologie war die Expansion Chinas aus rein geopolitischen Gr&#252;nden nicht akzeptabel. Deshalb musste ein ideologischer Diskurs hergestellt werden, anhand dessen die Kontrolle der VR China &#252;ber Tibet gerechtfertigt wurde – sowohl im Hinblick auf die Befreiung der Tibeter (gem&#228;&#223; dem kommunistischen Ideal) als auch im Hinblick auf die historischen Bedingungen (gem&#228;&#223; der chinesischen Geschichte, deren Erbe die VR China sein wollte).</p>
<p>Diese Begr&#252;ndungen f&#252;hrten zu einer drastischen Ver&#228;nderung des f&#252;r Tibet benutzten Vokabulars. Das nationalistische China sprach hocherfreut von Tibet als unter chinesischer Oberhoheit (zhuquan) (7) stehend oder als „Vasall“ (fanshu). (8)</p>
<p>Beide Definitionen hatten jedoch einen politisch nicht korrekten kolonialen Unterton und waren somit f&#252;r das revolution&#228;re China offiziell nicht tragbar. In den 50er Jahren pr&#228;gte China den Begriff, der auch heute noch auf Tibet angewandt wird: zhongguo de yi bufen (ein Teil Chinas). Das ist vage genug, um einer eingehenden Untersuchung der tats&#228;chlichen Natur der geschichtlichen Beziehungen zwischen China und Tibet standzuhalten. Andererseits ist er pr&#228;zise genug, um der damit verbundenen politischen Absicht dienlich zu sein: Der Best&#228;tigung, da&#223; Tibet zur VR China geh&#246;rt. Mit den von der VR China herausgegebenen B&#252;chern, die diese historischen Vorg&#228;nge dokumentieren, kann man ganze Bibliotheken f&#252;llen.</p>
<p>Dennoch werden die Dinge gerade durch diesen starken Bezug auf die Vergangenheit noch komplizierter. Gewalt und gewaltsame Siege bieten keine solide Grundlage f&#252;r breite Zustimmung. Es mu&#223; also fundiertere und &#252;berzeugendere Begr&#252;ndungen geben; am besten interpretiert man die Geschichte als Ansammlung von Tatsachen, die sich durch Pr&#228;zedenzf&#228;lle rechtfertigen lassen. Diese Vorgehensweise ist sicherlich „zivilisierter“ und funktioniert in der Regel auch besser, als nur mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Es sind daf&#252;r allerdings komplizierte Manipulationen der Geschichte und des Bildungswesens vonn&#246;ten, die viele Hintert&#252;ren f&#252;r miteinander wetteifernde Geschichtsinterpretationen offenlassen k&#246;nnen. Je l&#228;nger der untersuchte historische Zeitraum ist, desto mehr Hintert&#252;ren wird es geben. Westliche Geschichtswissenschaftler haben mehrfach darauf hingewiesen, da&#223; es zum Beispiel w&#228;hrend der Ming-Dynastie keine chinesische Herrschaft &#252;ber Tibet gab. Genauer gesagt: Es gab damals in Tibet keine von den Ming erlassene Verordnungen, Gesetze oder von ihnen erhobene Steuern usw.“ (9)</p>
<p>Dieser Sachverhalt wirft seine Schatten auf die Behauptung des angeblichen Vasallentums Tibets. Traditionell wurden diese Hintert&#252;ren in China mittels Durchsetzung eines politisch zweckdienlichen Umgangs mit der Geschichte verschlossen, durch den alle abweichenden Geschichtsinterpretationen unterdr&#252;ckt wurden. In einem streng &#252;berwachten, f&#252;r alle konkurrierenden Meinungen undurchdringlichen Umfeld ist das m&#246;glich.</p>
<p>Das funktionierte bis Mitte des 19. Jahrhunderts, denn bis dahin war der Rest der Welt f&#252;r China und die Chinesen nicht von Belang. Aber das moderne China ist in dieser Welt nicht mehr l&#228;nger von au&#223;en undurchdringbar und der Versuch, die „wohlbegr&#252;ndete Geschichtsinterpretation“ durchzusetzen, schw&#228;cht das allgemeine Ansehen offizieller Darstellungen. Das hei&#223;t, wenn jemandem Chinas Besitzanspruch auf Tibet zweifelhaft wird, wird er auch alle anderen offiziellen Behauptungen anzweifeln.</p>
<p>Auf Grund der zahlreichen historischen Kontroversen &#252;ber Tibet ist es Chinesen wie Ausl&#228;ndern bewu&#223;t, da&#223; die Sachlage unklar ist. Es mag mehr Gr&#252;nde geben, Vietnam – ein Land, das jahrhundertelang die chinesische Schrift benutzte, dessen Sprache den s&#252;dchinesischen Dialekten &#228;hnelt und das w&#228;hrend der Han-Dyanstie „erobert“ wurde – als Bestandteil Chinas zu betrachten als Tibet. Schrift und Sprache der Tibeter sind vollkommen verschieden vom Chinesischen, und es gibt erst seit j&#252;ngerer Zeit n&#228;here Kontakte zu China. Aber die aktuelle Geschichte wollte es anders und so geh&#246;rt Tibet zu China und Vietnam ist unabh&#228;ngig. &#196;hnliches w&#228;re auch zu Korea anzumerken.</p>
<p>Allerdings ist Vietnam von besonderem Interesse. 1950, als China nach Tibet griff und die Truppen die vietnamesische Grenze erreicht hatten, wurde Vietnam von Frankreich beherrscht. &#220;bergriffe h&#228;tten zu einem Krieg mit einem m&#228;chtigen Land f&#252;hren k&#246;nnen. Im Gegensatz dazu war Tibet schutzlos. Gro&#223;britannien hatte sich 1947 aus Indien zur&#252;ckgezogen, aber es hatte nach wie vor starke Interessen in Asien und h&#228;tte in Tibet eine Art Protektorat errichten und sonstige Hilfen – auch milit&#228;rische – leisten k&#246;nnen. Es h&#228;tte Truppen auf dem tibetischen Plateau stationieren k&#246;nnen, in deren Blickfeld die ausgedehnten chinesischen Steppen gelegen h&#228;tten. Es ist verst&#228;ndlich, da&#223; das neue maoistische China das zu verhindern suchte.</p>
<p>New Delhi – das damals mit der Abspaltung Pakistans und dem ersten indisch-pakistanischen Krieg besch&#228;ftigt war – h&#228;tte gar nicht genug Energie und Willen aufbringen k&#246;nnen, um Anspruch auf Tibet zu erheben. Das soeben von Gro&#223;britannien unabh&#228;ngig gewordene Indien hatte zudem mehr als nur einen Grund, die Pr&#228;senz Chinas der R&#252;ckkehr eines massiven Aufgebots an Briten im Himalaya vorzuziehen, der im &#252;brigen auch einen gro&#223;z&#252;gigen Ausblick auf die indischen Ebenen bietet. Sogar noch nach der Flucht des Dalai Lama nach Indien im Jahr 1959 soll Jawarharlal Nehru mit Mao Zedong &#252;ber die M&#246;glichkeit einer sicheren Zuflucht f&#252;r die tibetischen Fl&#252;chtlinge besprochen haben. Mao hat Nehru angeblich gesagt, es sei, alles in allem, f&#252;r die Tibeter wohl besser im freundlichen Indien zu bleiben statt im unfreundlichen Amerika.</p>
<p>Das war Grund genug, um chinesische Truppen nach Tibet zu schicken. Insbesondere auch deshalb, weil territoriale Expansion damals nicht in demselben Ma&#223; als Blasphemie galt, wie das in der heutigen politischen Weltsicht der Fall ist.</p>
<p><strong> Territorium oder Kolonie?</strong></p>
<p>Das wirft auch ein anderes Licht auf das, was die Briten damals als chinesische „Oberlehnsherrlichkeit“ &#252;ber Tibet bezeichneten und hilft uns dabei, eine zeitgen&#246;ssische politische &#220;bersetzung f&#252;r diesen Begriff zu finden. Wir sollten uns auch erinnern, da&#223; „Oberlehnsherrlichkeit“ f&#252;r Peking in Siam und Korea und somit auch in Tibet eine jeweils unterschiedliche Bedeutung hatte. Was bedeutete „Oberlehensherrlichkeit“ im Vergleich zu den Kolonien jener Zeit? Wir haben heute keine Kolonien mehr, aber gro&#223;e L&#228;nder wie Russland und die USA haben Regionen in ihr Staatswesen integriert, die man als ehemalige „koloniale Expansionsgebiete“ bezeichnen k&#246;nnte.</p>
<p>Dies wurde ihnen durch eine territoriale Kontinuit&#228;t erm&#246;glicht, die in den britischen oder franz&#246;sischen Kolonien nicht gegeben war. Hier gibt es durchaus &#196;hnlichkeiten mit dem chinesischen Anspruch auf Tibet. Tats&#228;chlich wird der f&#252;r tibetische Angelegenheiten zust&#228;ndige Lifan Yuan im allgemeinen als „B&#252;ro f&#252;r Kolonialangelegenheiten“ &#252;bersetzt, und chinesische Schriftsteller der damaligen Zeit verglichen die Bem&#252;hungen der Qing in Tibet mit den zeitgen&#246;ssischen kolonialen Unternehmungen der Briten, Amerikaner, Franzosen und Holl&#228;nder. (10)</p>
<p>Wie wir gesehen haben, war es in den 50er Jahren, die eine Zeit der Entkolonialisierung waren, f&#252;r die VR China nicht unbedingt angebracht, erneuten Anspruch auf eine ehemalige Kolonie zu erheben. Wir k&#246;nnen jedoch – im Fall von Russland, Amerika und anderen L&#228;ndern – auch erkennen, da&#223; territoriale Kontinuit&#228;t hilfreich war, um sich in der Kolonialzeit eroberte oder beanspruchte Territorien oder Kolonien zu sichern, die durch die urspr&#252;nglichen Bewohner „unterbev&#246;lkert“ waren.</p>
<p>In der Tat unterschied sich im 19. Jahrhundert die Organisation der Staaten deutlich von den heutigen Verh&#228;ltnissen und sogar die Staatsgrenzen wurden anders gesehen. Es gab die europ&#228;ischen Staaten mit klar definierten Grenzen und gemeinsamen Rechten und gegenseitigen Verpflichtungen. Und es gab Territorien, welche die Grundbegriffe der europ&#228;ischen Politik nicht anerkannten, und somit in den Augen der westlichen L&#228;nder zur Eroberung freigegeben waren. Das China der Qing-Dynastie war ein besonderer Fall: zu m&#228;chtig, um einfach &#252;berrollt zu werden, aber nach politischen Vorstellungen organisiert, die g&#228;nzlich anders waren als die in Europa. Zu dieser Zeit versuchten ausl&#228;ndische Diplomaten (und sp&#228;ter vermutlich auch manche Historiker) die politischen Anspr&#252;che Chinas so zu &#252;bersetzen, da&#223; sie f&#252;r sie selbst n&#252;tzlich waren. Diese „&#220;bersetzungen“ waren sehr wichtig, denn durch sie konnten alle m&#246;glichen territorialen &#220;bergriffe auf das Qing-Reich f&#252;r gesetzm&#228;&#223;ig erkl&#228;rt werden.</p>
<p>Als eine Art Antwort auf diesen Prozess formulierten Anfang des vergangenen Jahrhunderts Sun Yat-sen und seine Nationalistische Partei gegen&#252;ber heimischem und ausl&#228;ndischem Publikum ihre Anspr&#252;che bez&#252;glich der territorialen Position Chinas, was einer „R&#252;ck&#252;bersetzung“ gleichkam. Diese Anspr&#252;che wurden zu Meilensteinen bei der Definition der Grenzen des modernen Chinas und schlossen Tibet, Xinjiang und die Mongolei mit ein. Um zudem noch die &#220;berlegenheit der Chinesen gegen&#252;ber den aggressiven „Barbaren“ aus dem Westen zu betonen, sprach Sun Yat-sen von der 5000 Jahre alten chinesischen Kultur und machte China somit einige tausend Jahre &#228;lter als die westliche Zivilisation, die sich im ersten Jahrtausend v. C. in Griechenland und Rom entwickelte. Dieser Kunstgriff wurde k&#252;nftig standardm&#228;&#223;ig angewandt, um die W&#252;rde anderer Nationen zu beurteilen. L&#228;nder, die nur ein paar hundert Jahre alt waren, wurden als jung und somit unw&#252;rdig erachtet und man konnte auf sie herabsehen.</p>
<p>Das war eindeutig eine neumodische Konstruktion, die die Chinesen moralisch aufbauen sollte, denn sie f&#252;hlten sich damals von den jungen, energischen, hochentwickelten und modernen Ausl&#228;ndern regelrecht &#252;berrollt. Sun sagte, eine junge Kultur sei nichts wert – nur eine alte, sogar antike Kultur k&#246;nne eine echte Zivilisation entwickeln. Diese Haltung spiegelte auch die chinesische Tradition mit ihrer Verehrung des Alters wieder: Es gab kein &#228;lteres und somit wertvolleres Land als China.</p>
<p>Nationalistische Geschichtsbetrachtung und Geographie waren die Basis f&#252;r die sogenannten „chinesischen Eigenschaften“, auf die sich Maos Kommunisten schon auf ihrem Weg zur Macht beriefen. Entgegen der offiziellen nationalistischen Position war jedoch seit dem Fall der Qing-Dynastie (1912) kein chinesischer Herrscher stark genug, um ganz China angemessen zu regieren, ganz zu schweigen von den anderen beanspruchten Regionen. Nach 1949 verf&#252;gten die Kommunisten &#252;ber die erforderliche Macht – und das war der Unterschied.</p>
<p>Auf der tibetischen Seite ist die Lage nicht viel klarer. Im Gegensatz zu den Unmassen der von der chinesischen Seite produzierten Dokumente, k&#246;nnen die Tibeter f&#252;r ihren Anspruch auf Unabh&#228;ngigkeit nur sp&#228;rliche historische Belege vorweisen. Der springende Punkt ist in dem besonderen zentralasiatischen Priester-Schutzherren-Verh&#228;ltnis begr&#252;ndet: Die Tibeter waren die Priester und die Chinesen die Schutzherren.</p>
<p>Der pr&#228;zise politische Gehalt dieses Priester-Schutzherren-Verh&#228;ltnisses mag sich im Lauf der Zeit und je nach den gegebenen Umst&#228;nden verschoben haben, aber es handelte sich dabei zumindest der Theorie nach immer um eine Beziehung zwischen Gleichen. Politisch konnte es sich dabei um ein Vasallenverh&#228;ltnis, eine Verbindung zwischen zwei voneinander unabh&#228;ngigen Partnern oder um eine Form von Abh&#228;ngigkeit handeln. Tats&#228;chlich ist die tibetische Definition von den gegenw&#228;rtigen politischen Umst&#228;nden noch weiter entfernt als die vagesten chinesischen historischen Darstellungen. Die Tibeter spielen die historischen Argumente Chinas herunter und kontern mit den angeblichen Verbindungen zwischen einem religi&#246;sen W&#252;rdentr&#228;ger und einem Laien. Diese Beziehung wird jedoch von China nicht anerkannt. Von diesem Punkt wird es zu einem Dialog zwischen zwei Parteien, die ihre Ohren vor der Position des jeweils anderen verschlie&#223;en.</p>
<p>St&#228;rkere politische Begr&#252;ndungen f&#252;r die tibetische Unabh&#228;ngigkeit lassen sich aus der Entwicklung in der ersten H&#228;lfte des vergangenen Jahrhunderts ableiten, als Tibet auf Grund der Schw&#228;che Chinas de facto unabh&#228;ngig war. Allerdings trifft das auch auf zahlreiche andere chinesische Provinzen zu. Kein Staat erkannte damals die Unabh&#228;ngigkeit Tibets oder der betreffenden Provinzen an.</p>
<p>In Anbetracht dieser Umst&#228;nde k&#246;nnte man die geopolitischen Gr&#252;nde f&#252;r die Entsendung von Truppen nach Tibet im Jahr 1949 als ausreichend f&#252;r die Rechtfertigung der Eingliederung Tibets ins moderne China erachten. Der in China als allgemeing&#252;ltig anerkannte F&#252;nftausend-Jahres-Rahmen bewirkt jedoch die Notwendigkeit, die territorialen Anspr&#252;che diesem Rahmen anzupassen. Wenn f&#252;nftausend Jahre der Standard sind, denn war Tibet zumindest w&#228;hrend 20% seiner Existenz chinesisch. Das entspr&#228;che den eintausend Jahren seit der Yuan-Dynastie.</p>
<p>Allerdings hat sich die Lage seit der Zeit des gedem&#252;tigten China von Sun Yat-sen und der fr&#252;hen Tage der kommunistischen Herrschaft dramatisch ge&#228;ndert. Die Idee von der f&#252;nftausendj&#228;hrigen Geschichte ergibt heute keinen Sinn mehr. Damals st&#228;rkte sie die Moral eines niedergedr&#252;ckten Volkes, heute macht sie die Chinesen &#252;berm&#228;&#223;ig arrogant. Die Chinesen, die in wenigen Jahren oder Jahrzehnten eine der f&#252;hrenden Wirtschaftsm&#228;chte der Welt sein werden, ben&#246;tigen jetzt eine neue Kultur der Bescheidenheit und Unauff&#228;lligkeit, wenn sie Wert auf eine friedliche Weiterentwicklung legen. Das gegenw&#228;rtig von China beanspruchte Staatsgebiet macht ihm nicht eine Regierung auf der Welt streitig.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist China alt und neu zugleich, wie Israel oder die USA. Es ist neu, weil sein gegenw&#228;rtiger Status in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begr&#252;ndet wurde, und es ist alt, weil die Wurzeln des modernen China Tausende Jahre zur&#252;ck reichen. Der Staat Israel wurde ungef&#228;hr zur selben Zeit gegr&#252;ndet und kann sein Erbe bis auf Moses und die &#196;gypter zur&#252;ckf&#252;hren. Die USA sind jung, sie wurden 1776 gegr&#252;ndet, aber sie gehen auf Europa zur&#252;ck, dessen Geschichte Tausende von Jahren alt ist.</p>
<p>Eine neue historische Zeitachse w&#228;re letztlich der politischen und rechtlichen Legitimation von Chinas Gebietsanspr&#252;chen dienlich: Mit einer k&#252;rzeren Zeitachse w&#228;ren weniger L&#252;cken in dieser &#228;u&#223;erst unbest&#228;ndigen kulturellen Umgebung zu erkl&#228;ren.</p>
<p>Damit ger&#228;t die heikle politische Frage bez&#252;glich der Rolle des Dalai Lama ins Blickfeld. Sogar die KP, sowohl unter Mao als auch unter seinen Nachfolgern, r&#228;umte dem Dalai Lama und dem Panchen Lama den h&#246;chsten Rang unter allen tibetischen Lamas ein – und ihr Ansehen im kulturellen und religi&#246;sen Leben in Tibet ist immens.</p>
<p>Der gegenw&#228;rtige Dalai Lama mit seinem legend&#228;ren Status und weltweiten Ruhm genie&#223;t unter den Tibetern und sogar unter Chinesen unglaubliches Ansehen. Der Dalai Lama bedeutet den Tibetern noch mehr als den Katholiken der Papst. Zum einen repr&#228;sentiert der Papst nur Gott, er ist nicht selbst Gott. Er wird gew&#228;hlt, wenn auch unter Mitwirkung des Heiligen Geistes und hat seine Position f&#252;r maximal 20 oder 30 Jahre inne. Der Dalai Lama ist fast ein lebendiger Gott und zwar sein Leben lang, also zwei- bis dreimal l&#228;nger als irgendein Papst. Zum zweiten verk&#246;rpert er die nationale und kulturelle Identit&#228;t – Elemente, die vom Papst ganz bewusst ignoriert werden.</p>
<p>Wenn also Peking M&#246;nche und Laien dazu n&#246;tigt, den Dalai Lama zu verurteilen – m&#246;glicherweise, um so eine st&#228;rkere Akzeptanz des peking-treuen jungen Panchen Lama zu erreichen – dann stellt es sich damit unter Umst&#228;nden selbst ein Bein. F&#252;r einen M&#246;nch ist es sehr schwer, sowohl seinem g&#246;ttlichen und religi&#246;sen Oberhaupt als auch seiner Identit&#228;t abzuschw&#246;ren. Er m&#252;sste seinen Glauben und seine tibetische Identit&#228;t verleugnen und das kann er nicht tun. Wenn er es k&#246;nnte, warum w&#228;re er dann &#252;berhaupt M&#246;nch geworden? Und da er als Tibeter geboren wurde – wie kann er aufh&#246;ren, Tibeter zu sein? Das w&#228;re das gleiche, wie wenn man einen chinesischen Christen aufforderte, seinen Glauben an Jesus Christus und seine chinesische Identit&#228;t zu verleugnen. Umgekehrt t&#228;te sich ein tibetischer M&#246;nch sogar viel leichter, wenn er vorg&#228;be, er w&#252;rde derartigem Druck nachgeben, w&#228;hrend er in Wirklichkeit nur auf eine Gelegenheit wartet, seinem Ha&#223; auf seine Unterdr&#252;cker Luft zu machen.</p>
<p>Das k&#246;nnte ein Spiel auf Zeit werden. Sollte der Dalai Lama bald sterben, und die Proteste der Tibeter soweit unter Kontrolle gehalten werden k&#246;nnen, da&#223; sie nicht eskalieren, kann Peking daran denken, seinen „eigenen“ Panchen Lama in den Vordergrund zu spielen, denn er wird dann mehr Prestige innehaben als die lebenden Buddhas im Exil. Sollte es dazu kommen, da&#223; zwei neue Dalai Lamas auserw&#228;hlt werden, ein von Peking und ein von den Exiltibetern kontrollierter, h&#228;tte Peking ca. 20 Jahre Zeit, um die Situation in den Griff zu bekommen. Bis dahin w&#228;re der Exil-Dalai Lama aus allen innertibetischen Angelegenheiten ausgeschlossen und an seine Stelle w&#228;ren der Panchen Lama und der Dalai Lama von Pekings Gnaden getreten.</p>
<p>F&#252;r Peking w&#228;re das ideal: China h&#228;tte auf diese Weise ausreichend Zeit und M&#246;glichkeiten, um Tibet vollst&#228;ndig zu sinisieren. Das w&#252;rde die Chinesen und die Exiltibeter endg&#252;ltig auseinanderdividieren. F&#252;r die Tibeter in China k&#246;nnte das die „kulturelle Ausrottung“ oder zumindest die „kulturelle Verst&#252;mmelung“ bedeuten.</p>
<p>Tats&#228;chlich hat der Dalai Lama China des kulturellen V&#246;lkermords in Tibet bezichtigt, weil das gesamte kulturelle Erbe zerst&#246;rt oder untergraben werde. Die Chinesen sind allerdings gegen&#252;ber dieser Thematik taub. Schlie&#223;lich hat die chinesische F&#252;hrung in den letzten 60 Jahren einen kulturellen Genozid an ihrer eigenen Bev&#246;lkerung begangen, weil das als notwendig f&#252;r die Modernisierung erachtet wurde und man der Auffassung war, China k&#246;nne nur so zu den entwickelten Nationen aufr&#252;cken. Teilweise ist dieser brutale Prozess durch die Globalisierung begr&#252;ndet, dank derer sich immer mehr lokale Kulturen im globalen Schmelztiegel aufl&#246;sen.</p>
<p>Den Chinesen mag es in Zukunft vermehrt vorkommen, als h&#228;tten sie mehr von der tibetischen Kultur &#252;briggelassen als von ihrer eigenen. Schlie&#223;lich war China immer ein historischer Schmelztiegel, der die mandschurischen Qing, die mongolischen Yuan und die turk-st&#228;mmigen Tang in sich aufgesogen hat – warum also nicht auch die Tibeter?</p>
<p>Sollten dem Dalai Lama jedoch noch einige Jahre beschieden sein und die Proteste eskalieren und sollte das internationale Augenmerk auch nach dem Ende der Olympischen Spiele auf China gerichtet bleiben, so w&#228;re Peking gezwungen, in einen Dialog mit dem Dalai Lama einzutreten, wenn es sich nicht in Schwierigkeiten bringen will. Der Dalai Lama k&#246;nnte der einzige Mensch sein, der zur Beruhigung der Lage beitragen k&#246;nnte, denn er genie&#223;t den Respekt der Tibeter in Tibet und im Ausland.</p>
<p>Sollten die Proteste anhalten und China die Gespr&#228;che mit dem Dalai Lama weiterhin verschleppen, wird es dar&#252;ber hinaus vor der internationalen Gemeinschaft als hartherzig und gef&#252;hllos dastehen. Die internationale Gemeinschaft sch&#228;tzt den Dalai Lama als einen hochangesehenen religi&#246;sen W&#252;rdentr&#228;ger. Gleichzeitig w&#228;chst die internationale Sorge bez&#252;glich der Absichten, die China f&#252;r die Zukunft verfolgt. Daher wird es Chinas Ansehen im Ausland nicht f&#246;rderlich sein, wenn es sich dem Dialog mit dem Dalai Lama verweigert. Die Zerst&#246;rung der traditionellen tibetischen Kultur k&#246;nnte von der Welt als Bedrohung f&#252;r andere Kulturen verstanden werden.</p>
<p>Die Zukunft Chinas und Tibets wird auf mehr als nur eine Weise bestimmt werden durch die Ereignisse der n&#228;chsten zehn Jahre und den Umgang der Chinesen mit dem Dalai Lama.</p>
<p><strong> Geschichte und Nationalismus</strong></p>
<p>Deshalb sollte China vielleicht die Rolle der Geschichte zu Zeiten des Kaiserreichs und im R&#246;mischen Imperium genauer studieren.</p>
<p>In China war die Geschichte die Dom&#228;ne des Kaisers: Er machte sie und er schrieb sie. Im Gegensatz dazu standen die meisten r&#246;mischen Geschichtsschreiber auf Seiten des Senats und waren Gegner des Kaisers. Deshalb wissen wir heute, da&#223; Caligula sein Pferd zum Senator ernannte und Nero Rom in Brand setzte. Diese Kaiser kommen uns vor wie Verr&#252;ckte, aber die ganze Wahrheit kann das nicht sein, gelang ihnen doch in schwierigen Zeiten der Erhalt und die Ausweitung des Imperiums. Die Struktur des R&#246;mischen Reichs wies Geschichtsschreibern mit unabh&#228;ngigem Geist eine bestimmte Rolle zu. Deshalb wissen wir auch, da&#223; Hannibal, einer der grimmigsten Feinde Roms, ein hervorragender und edler Feldherr war und die Germanen ein tapferes Kriegervolk.</p>
<p>Diese Geschichten &#252;ber die Feinde Roms und dessen eigene Vers&#228;umnisse haben die Gr&#246;&#223;e des R&#246;mischen Reichs nie gemindert. Im Gegenteil, sie wurde dadurch nur gesteigert: Rom war ein Reich, das gro&#223;e Schwierigkeiten und R&#252;ckschl&#228;ge &#252;berwand und schlie&#223;lich triumphierte. Auf gewisse Weise wird diese Tradition im heutigen amerikanischen Journalismus und der aktuellen Geschichtsschreibung weitergef&#252;hrt, wenn im Detail die Probleme Amerikas aufgezeigt werden und genau dadurch am Ende das „gute amerikanische Imperium“ triumphiert. Diese Art der Geschichtsschreibung ist gerade in einer kulturell durchl&#228;ssigen Welt viel &#252;berzeugender, weil sie andere Visionen nicht verdr&#228;ngt und deshalb echt wirkt. Am Ende war Rom siegreich und bewies seine Gr&#246;&#223;e dadurch, da&#223; es alle Schwierigkeiten &#252;berwand.</p>
<p>In China, wo die offizielle Geschichtsschreibung alles umfasst, aber kaum einen &#252;berzeugt, war das ganz anders. Man k&#246;nnte sagen, da&#223; China es heutzutage nicht n&#246;tig hat, seine Geschichte &#228;lter zu machen, als sie ist und Schwindeleien oder eindeutige L&#252;gen zu erfinden – nicht einmal hinsichtlich seiner Anspr&#252;che auf Tibet. Befreit vom alten sozialistischen Muff und der Volksbefreiungsideologie, sind Chinas geopolitische Gr&#252;nde f&#252;r die Kontrolle &#252;ber Tibet mehr als ausreichend zur Abwehr jedweder theoretischen Herausforderung seines Herrschaftsanspruchs. Die kalte geopolitische Logik bringt jedoch auch gewisse Probleme mit sich. Sie k&#246;nnte zu gef&#228;hrlichen, ausschlie&#223;lich auf machtpolitischem Kalk&#252;l beruhenden Ideen verleiten, mit denen China einen Gro&#223;teil der Welt gegen sich aufbringen k&#246;nnte. Auch Geopolitik muss mit weniger grausamen Konzepten gestaltet werden, die dennoch voll mit der chinesischen Vorstellung von sozialer Harmonie &#252;bereinstimmen. Mit anderen Worten: Es geht um eine gute Regierungsf&#252;hrung, welche die Unterst&#252;tzung der Menschen in und au&#223;erhalb von China gewinnt.</p>
<p>Die schiere Tatsache, da&#223; chinesische staatliche Agenturen an der Anpassung der Geschichte an die heutigen politischen Gegebenheiten arbeiten, enth&#252;llt der Au&#223;enwelt eine allgemeine Verunsicherung. Mit all diesen Geschichten sagt Peking der Welt nichts anderes als da&#223; in erster Linie die Chinesen selbst der Meinung sind, sie sollten nicht &#252;ber Tibet herrschen. Das ist vielleicht das gr&#246;&#223;te und echteste Problem Chinas.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist die Geschichte so, weil die historischen Bedingungen so sind. Die Aufl&#246;sung der Sowjetunion war ein historischer Einschnitt: Das ist keine Regel, die sich immer und &#252;berall wiederholen mu&#223;. Wenn man die &#252;ber 100 Unabh&#228;ngigkeitsorganisationen betrachtet, die &#252;berall auf der Welt aktiv sind, so scheint es einen historischen Trend zur Balkanisierung zu geben. Wenn sie alle Erfolg haben sollten, h&#228;tten wir 100 neue Staaten.</p>
<p>Und wenn der Grundsatz der Selbstbestimmung fahrl&#228;ssig angewandt wird, werden es noch mehr werden. Um aber zu &#252;berleben und zu gedeihen, m&#252;ssten sich die neuen unabh&#228;ngigen Staaten in gr&#246;&#223;ere internationale Handelsgemeinschaften integrieren und dabei einen Teil ihrer territorialen Macht an internationale Organisationen wie die WTO, die UN oder die EU abgeben. Was bringt ihnen also die Abspaltung? Geht es um die Bestrebungen von Minderheitsgruppen? Um die Freiheit von der Unterdr&#252;ckung durch die gegenw&#228;rtigen regierenden Eliten ihrer Gemeinschaft? Den politischen Willen zur Schw&#228;chung eines Landes, indem man es zerbricht? Eine Mischung von all dem?</p>
<p>Das scheinen die wahren Fragen zu sein, und die wahre Antwort sollte im Ringen um eine gute Regierungsf&#252;hrung liegen und nicht die Unabh&#228;ngigkeit sein.</p>
<p>Aber die Unabh&#228;ngigkeitsbewegungen sind das geworden, was im vergangenen Jahrhundert der Kommunismus war: eine revolution&#228;re, messianische Antwort auf viele weltliche Probleme. Unter diesen Bedingungen k&#246;nnen rationale Argumente oft nichts gegen emotionale ausrichten. Hinter den pseudo-rationalen Argumenten f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit lauert ein Angstraum, der die Flamme eines unkontrollierbaren Nationalismus zu entz&#252;nden vermag.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkungen:</strong></p>
<p>1. See China.org.cn March 21, 2008. Bemerkenswert ist das Datum der letzten Version: Eine Woche nach dem Lhasa Aufstand.</p>
<p>2. Ibidem.</p>
<p>3. Siehe: Frederick W Mote, Imperial China, 900-1900, Harvard 1999, p.877.</p>
<p>4. Siehe: Peter C Perdue, China marches West, Harvard 2005, pp 241-243.</p>
<p>5. Das ist eine ziemlich aufgebl&#228;hte Zahl, f&#252;r offizielle Zwecke.</p>
<p>6. Siehe: Elliot Sperling, Policy Studies 7, 2004, &#8220;The Tibet-China Conflict: History and Polemics&#8221;, East-West Center Washington.</p>
<p>7. Siehe: Xie Bin &#8220;Xizang wenti&#8221;, Shanghai 1926, pp 20-21.</p>
<p>8. Siehe: Wang Qinyu &#8220;Xizang wenti&#8221;, Shanghai 1929, p 13.</p>
<p>9. Siehe: Elliot Sperling op. cit p 27.</p>
<p>10. Siehe: Wu Fengpei &#8220;Liangyu zhuzang zougao&#8221;, Lhasa 1979, p 88.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.atimes.com/atimes/China/JD11Ad01.html">Asia Times Online</a> (&#220;bersetzung: IGFM)</p></blockquote>
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		<title>Dalai Lama goes iPhone</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 13:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibet news</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Team der Mission Mobile GmbH unterst&#252;tzt die Kampagne zum Deutschlandbesuch des Dalai Lama mit der ersten virtuellen Gebetsm&#252;hle der Welt, die zum Besuch des Dalai Lama in Frankfurt pr&#228;sentiert und ihm pers&#246;nlich vorgestellt wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1308" title="dalai lama goes iphone" src="http://tibetnews.de/wp-content/uploads/2009/07/dalai_app1.png" alt="dalai lama goes iphone" width="169" height="300" />Vom 30.7. bis 02.08.09 kommt der Dalai Lama nach Frankfurt in die Commerzbank Arena.<br />
Das Team der Mission Mobile GmbH unterst&#252;tzt die Kampagne zum Deutschlandbesuch des Dalai Lama mit der ersten virtuellen Gebetsm&#252;hle der Welt, die zum Besuch des Dalai Lama in Frankfurt pr&#228;sentiert und ihm pers&#246;nlich vorgestellt wird. Nach jedem Drehen der Gebetsm&#252;hle erscheint eine Weisheit des Dalai Lama.</p>
<p>Im tibetischen Buddhismus werden Gebetsm&#252;hlen im Uhrzeigersinn gedreht, um k&#246;rperliche Aktivit&#228;t und den Geist miteinander in Einklang zu bringen. Die Gebetsm&#252;hlen enthalten Rollen mit Mantras oder sind mit Mantras verziert. Jede Umdrehung der Gebetsm&#252;hle wirkt wie das selber gesprochene Mantra (Gebet). Die Mantras sind umso wirkungsvoller, je &#246;fter die Gebetsm&#252;hle gedreht wird. Das Team der Mission Mobile GmbH unterst&#252;tzt mit den Einnahmen des Produktes Weisenh&#228;user in Uganda und Tibet und hilft bei der Finanzierung der Veranstaltung zum Deutschlandbesuch. Weitere Informationen finden Sie unter:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.missionmobile.de" target="_blank">www.missionmobile.de</a></p></blockquote>
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		<title>Dalai Lama &#252;ber die Krise: “Jeder liebt Geld”</title>
		<link>http://tibetnews.de/2009/07/12/dalai-lama-ueber-die-krise-jeder-liebt-geld/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 06:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibet news</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neue Werte f&#252;r die &#214;konomie: Der Dalai Lama macht &#252;bertriebene Gier und mangelnde Transparenz f&#252;r die Wirtschaftskrise verantwortlich. Im Interview mit manager magazin fordert er eine fundamental ge&#228;nderte Marktwirtschaft, die mehr globale Verantwortung &#252;bernimmt.

Weiterlesen auf “<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635133,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a>” vom 12. Juli 2009]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Werte f&#252;r die &#214;konomie: Der Dalai Lama macht &#252;bertriebene Gier und mangelnde Transparenz f&#252;r die Wirtschaftskrise verantwortlich. Im Interview mit manager magazin fordert er eine fundamental ge&#228;nderte Marktwirtschaft, die mehr globale Verantwortung &#252;bernimmt.</p>
<p>Weiterlesen auf “<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635133,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a>” vom 12. Juli 2009</p>
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		<title>Die f&#252;nf aus Labrang entkommenen M&#246;nche schildern vor den Medien die Repression in Tibet</title>
		<link>http://tibetnews.de/2009/05/27/die-fuenf-aus-labrang-entkommenen-moenche-schildern-vor-den-medien-die-repression-in-tibet/</link>
		<comments>http://tibetnews.de/2009/05/27/die-fuenf-aus-labrang-entkommenen-moenche-schildern-vor-den-medien-die-repression-in-tibet/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 May 2009 05:34:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibet news</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://tibetnews.de/?p=1157</guid>
		<description><![CDATA[Vom 10. M&#228;rz 2008 an griffen die Tibeter in Tibet zum Mittel des friedlichen Protests, um ihrer Emp&#246;rung und lange angestauten Verbitterung &#252;ber die verfehlte Tibetpolitik der VR China Ausdruck zu verleihen. Ihre Forderung nach Achtung der Menschenrechte und der R&#252;ckkehr Seiner Heiligkeit des Dalai Lama nach Tibet wurde von den chinesischen Beh&#246;rden mit brutaler Gewalt unterdr&#252;ckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 10. M&#228;rz 2008 an griffen die Tibeter in Tibet zum Mittel des friedlichen Protests, um ihrer Emp&#246;rung und lange angestauten Verbitterung &#252;ber die verfehlte Tibetpolitik der VR China Ausdruck zu verleihen. Ihre Forderung nach Achtung der Menschenrechte und der R&#252;ckkehr Seiner Heiligkeit des Dalai Lama nach Tibet wurde von den chinesischen Beh&#246;rden mit brutaler Gewalt unterdr&#252;ckt. Dabei kamen &#252;ber 220 Tibeter ums Leben und 1.294 wurden schwer verletzt. Mehr als 5.600 wurden verhaftet, 290 vor Gericht gestellt und verurteilt und &#252;ber 1.000 sind einfach verschwunden.</p>
<p>F&#252;nf tibetische M&#246;nche aus dem Kloster Labrang beteiligten sich mit unersch&#252;tterlichem Mut und aufrichtigem Engagement an den friedlichen Demonstrationen im Bezirk Sangchu, TAP Kanlho, Provinz Gansu. Sie hei&#223;en Gedun Gyatso, Kelsang Jinpa, Jamyang Jinpa, Losang Gyatso und Jigme Gyatso.</p>
<p>Gedun Gyatso und Kelsang Jinpa waren Mitorganisatoren der friedlichen Demonstration vom 14. M&#228;rz 2008 in Labrang, Bezirk Sangchu.</p>
<p>Am 9. April 2008 &#228;u&#223;erten sich Jamyang Jinpa, Losang Gyatso und Jigme Gyatso freim&#252;tig gegen&#252;ber internationalen Medienvertretern &#252;ber die Unterdr&#252;ckung durch die chinesischen Beh&#246;rden und die st&#228;ndige Angst und Einsch&#252;chterung, unter der die Tibeter zu leiden haben. Sie hatten durch eine Radiosendung von Radio Free Asia im Amdo-Dialekt vom Besuch der Journalisten erfahren.</p>
<p>Das ganze vergangene Jahr war eine Tortur f&#252;r sie – sie mussten sich dauernd in Erdl&#246;chern, im Wald und in abgelegenen T&#228;lern verstecken, bis es ihnen schlie&#223;lich gelang, Folter und Tod zu entkommen und ins Exil zu fliehen.</p>
<p>Wie sie erkl&#228;rt haben, sind die friedlichen Proteste in Tibet Ausdruck der tiefsitzenden Verbitterung der Tibeter und ihrer Sorge &#252;ber die Unterdr&#252;ckungspolitik der chinesischen Regierung w&#228;hrend der letzten 50 Jahre. Durch den Zustrom chinesischer Zuwanderer ist das schiere &#220;berleben der Tibeter als Volk gef&#228;hrdet. Im Gegensatz zu der chinesischen Sch&#246;nrederei &#252;ber die erreichte Entwicklung sind die Lebensbedingungen der Tibeter weiterhin erb&#228;rmlich und sie werden in jeder Hinsicht marginalisiert. Dies gilt vor allem f&#252;r die l&#228;ndlichen Gebiete Tibets.</p>
<p>Gem&#228;&#223; der chinesischen Verfassung sollte Tibetisch als Erstsprache in Tibet gesch&#252;tzt und gef&#246;rdert werden. Dennoch wird sie bewu&#223;t vernachl&#228;ssigt und an den Rand gedr&#228;ngt.</p>
<p>Die chinesische Verfassung garantiert zahlreiche Menschen- und b&#252;rgerliche Rechte wie Redefreiheit, Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit etc., aber diese werden nicht in die Realit&#228;t umgesetzt. Wenn die Tibeter ihre Grundrechte wahrnehmen, werden sie eingesperrt und gefoltert.</p>
<p>Unter der Herrschaft der VR China sind infolge ihrer repressiven Politik eine Million Tibeter ums Leben gekommen, und jeder Aspekt der tibetischen Zivilisation – die einzigartige tibetische Identit&#228;t, Kultur, Tradition und Religion – wird zerst&#246;rt. Deshalb empfinden die Tibeter einen tiefsitzenden Groll gegen die chinesische Regierung.</p>
<p>Die Ablehnung des von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama propagierten Mittleren Wegs f&#252;r die L&#246;sung der Tibet-Frage durch die chinesische Regierung hat die zunehmende Frustration der Tibeter weiter anwachsen lassen, bis sie schlie&#223;lich in den friedlichen Protesten kulminierte.</p>
<p>Die Tibeter verabscheuen die Kampagnen der chinesischen Beh&#246;rden wie die Patriotische Umerziehung, in deren Verlauf sie Seine Heiligkeit den Dalai Lama beschimpfen m&#252;ssen. In ihren Herzen betrachten sie Seine Heiligkeit als ihre Sonne und ihren Mond, und der chinesischen Regierung wird es niemals gelingen, ihren Glauben an den Dalai Lama zu zerst&#246;ren.</p>
<p>Die VR China entstellte Fakten und richtete bodenlose Anschuldigungen gegen Seine Heiligkeit den Dalai Lama und seine Anh&#228;nger und behauptete, sie h&#228;tten vergangenes Jahr in Tibet zu Gewaltt&#228;tigkeiten aufgehetzt. Der chinesischen Propaganda zuwider haben die Tibeter ganz bewusst gewaltfrei demonstriert, um so zu zeigen, dass sie den Prinzipen der Gewaltlosigkeit und dem von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama angebotenen Dialog verpflichtet sind. Die Tibeter sind w&#252;tend und verbittert &#252;ber die verfehlte Tibetpolitik der Chinesen, ihre Willk&#252;rherrschaft in Tibet und die Misshandlungen ihrer Landsleute. Das brutale Vorgehen der chinesischen Beh&#246;rden w&#228;hrend der friedlichen Demonstrationen der Tibeter trieb einige von ihnen dazu, am 9. April 2009 ihre wahren Gef&#252;hle vor einer ausl&#228;ndischen Journalistendelegation im Kloster Labrang zu &#228;u&#223;ern. Sie hatten mit eigenen Augen Folter und Verhaftungen ihrer Landsleute gesehen, hatten erlebt, wie die tibetischen Regionen von bewaffneter Polizei und Sicherheitskr&#228;ften &#252;berrollt wurden und sie konnten einfach nicht anders, als die internationale Gemeinschaft &#252;ber die wahre Lage in Tibet zu informieren.</p>
<p>Es ist wichtig, dass sich die internationale Gemeinschaft f&#252;r die Menschenrechte der Tibeter einsetzt. Alle Staaten, die sich zu Frieden und Demokratie bekennen, engagieren sich &#252;berall auf der Welt f&#252;r die Verbesserung der Menschenrechtslage. Nur China an den Pranger zu stellen, f&#252;hrt jedoch zu nichts. N&#246;tig w&#228;re es, die Menschenrechtslage in Tibet gesondert zu betrachten. Die Vereinten Nationen sind ein internationales Gremium, in das Menschen aus aller Welt ihr Vertrauen setzen. Es ist wichtig, dass die Vereinten Nationen sich mit der Tibet-Frage befassen und Nachforschungen &#252;ber den gewaltsamen Tod von Tibetern seit 1959 anstellen und insbesondere die Todesf&#228;lle, Verhaftungen und das Verschwindenlassen von Personen w&#228;hrend der friedlichen Proteste von 2008 untersuchen. Bei Freiheitsk&#228;mpfen ist es wohl unvermeidlich, dass Menschenleben zu Schaden kommen. Aber der chinesischen Regierung ist ein menschliches Leben ja nichts wert.</p>
<p>Die f&#252;nf geflohenen M&#246;nche erkl&#228;ren ihre feste Entschlossenheit, die in Tibet lebenden Tibeter in deren gewaltlosem Kampf um eine L&#246;sung f&#252;r gerechte Sache Tibets zu unterst&#252;tzen.</p>
<blockquote><p>Department of Information &amp; International Relations (DIIR)<br />
Central Tibetan Administration<br />
Dharamsala &#8211; 176215, H.P., India<br />
<a href="http://www.tibet.net/" target="_blank">www.tibet.net</a>, 19. Mai 2009</p>
<p>&#220;bersetzung: Irina Raba, Adelheid D&#246;nges, Revision: Angelika Mensching<br />
Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte (IGFM)</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Inhaftierter tibetischer Verleger wird mit internationalem Preis f&#252;r „Publikationsfreiheit“ ausgezeichnet</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 15:13:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibet news</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Paljor Norbu, ein 81j&#228;hriger tibetischer Drucker und Publizist, der sich gegenw&#228;rtig in chinesischem Gewahrsam in Tibet befindet, wurde zum Tr&#228;ger des Jeri Laber Preises 2009 f&#252;r „Publikationsfreiheit“ ernannt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paljor Norbu, ein 81j&#228;hriger tibetischer Drucker und Publizist, der sich gegenw&#228;rtig in chinesischem Gewahrsam in Tibet befindet, wurde zum Tr&#228;ger des Jeri Laber Preises 2009 f&#252;r „Publikationsfreiheit“ ernannt.</p>
<p>Wie das Internationale Komitee f&#252;r Publikationsfreiheit von Association of American Publishers (AAP), dem Verlegerverband, bekanntgab, wird Paljor Norbu, der in Tibet im Gef&#228;ngnis sitzt, f&#252;r seinen unerm&#252;dlichen Einsatz f&#252;r die tibetische Kultur und das Verlagswesen trotz gewaltiger politischer Hindernisse und pers&#246;nlicher Gefahren im Verlauf eines halben Jahrhunderts gew&#252;rdigt.</p>
<p>Paljor Norbu wird am 28. April bei der Jahres-Gala des PEN im Museum f&#252;r Naturgeschichte in New York offiziell mit diesem j&#228;hrlich verliehenen Preis ausgezeichnet werden.</p>
<p>Am 31. Oktober des vergangenen Jahres, sechs Monate nach gr&#246;&#223;eren anti-chinesischen Unruhen in der tibetischen Hauptstadt, wurde Paljor Norbu von der Polizei in seiner Wohnung in Lhasa festgenommen, weil er angeblich „verbotenes Material“, darunter auch die tibetische Nationalflagge, gedruckt hatte. Es ist die vierte Verhaftung im Laufe seiner langen Karriere. Im November wurde er in einem geheimen Verfahren zu sieben Jahren Haft verurteilt. Weder seine Familie noch seine Freunde wissen, wo er sich befindet.</p>
<p>„Die strafrechtliche Verfolgung von Paljor Norbu, der sich seit sieben Jahrzehnten durch seine Arbeit als Buchdrucker und Verleger f&#252;r die Erhaltung der tibetischen Kultur eingesetzt hat, macht wieder einmal Chinas unerbittliche Politik deutlich, die auf die Unterjochung des Landes, die Einengung seiner Kultur und Unterdr&#252;ckung der Freiheit der Meinungs&#228;u&#223;erung gerichtet ist“, sagte Hal Fessenden, der Vorsitzende des International Freedom to Publish Committee (IFTPC) w&#228;hrend der Ank&#252;ndigung der Auszeichnung.</p>
<p>„Das IFTPC kritisiert scharf die Art und Weise, wie China im Falle von Paljor Norbu seine eigenen Gesetze verletzt: Die Anklage war ausgesprochen vage gehalten, der Angeklagte erhielt keinen Rechtsbeistand, die Verurteilung erfolgte hinter verschlossenen T&#252;ren und die Familie wird &#252;ber seinen Aufenthaltsort im Dunkeln gelassen. Wir schlie&#223;en uns der internationalen Gemeinschaft an und w&#252;rdigen Paljor Norbus Einsatz f&#252;r die Bewahrung einer gef&#228;hrdeten Kultur, indem er f&#252;r die Verbreitung des geschriebenen und gedruckten Wortes sorgte. Wir fordern, da&#223; er von allen Anklagen entlastet und sofort freigelassen wird“.<br />
Durch diese Auszeichnung f&#252;r internationale Publikationsfreiheit wird einem Verleger au&#223;erhalb der Vereinigten Staaten gehuldigt, der angesichts politischer Verfolgung und schwerer Einschr&#228;nkungen der Meinungs&#228;u&#223;erung Mut und St&#228;rke gezeigt hat. Der Preis tr&#228;gt den Namen von Jeri Laber, einem Gr&#252;ndungsmitglied des IFTPC und einem kompetenten Ratgeber des Komitees seit 25 Jahren.</p>
<p>Paljor Norbus Geschichte (Auszug aus der Pressever&#246;ffentlichung des IFTPC):</p>
<p>Paljor Norbu ist ein 81j&#228;hriger tibetischer Drucker und Verleger aus Lhasa. Obwohl er sich selbst nicht schriftstellerisch bet&#228;tigte, spielte er eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der traditionellen tibetischen Drucktechniken und der Herausgabe popul&#228;rer religi&#246;ser Schriften. Einer altehrw&#252;rdigen Familie, die seit Generationen buddhistische Texte f&#252;r Kl&#246;ster druckt und ver&#246;ffentlicht, entstammend, ist Paljor Norbu als Meisterdrucker ber&#252;hmt und genie&#223;t in Lhasa gro&#223;es Ansehen. In seiner Werkstatt, die mehrere Dutzend Arbeiter besch&#228;ftigte, arbeitete er mit den traditionellen Blockdrucktechniken. Au&#223;er den religi&#246;sen Texten wurden dort B&#252;cher, Gebetsf&#228;hnchen, Papierrollen f&#252;r Gebetszylinder, traditionelle Almanache, rituelle Texte und andere Objekte gedruckt.</p>
<p>Paljor Norbu, einer der wenigen Meister in der traditionellen Druckkunst, wurde in Mongka Kyang im Dorf Nyemo westlich von Lhasa geboren und mit 11 Jahren Druckereilehrling. Sp&#228;ter, als er erwachsen war, arbeitete er als Drucker f&#252;r die tibetische Regierung in Lhasa und stand au&#223;erdem mehreren bedeutenden Kl&#246;stern bei der Herstellung von Texten mit Druckst&#246;cken bei. So besorgte er den Druck eines kompletten Satzes der 224 B&#228;nde des ber&#252;hmten Narthang Tengyur, einer der Haupteditionen der Kommentare des buddhistischen Kanons. 1959, als der Volksaufstand gegen die chinesische Regierung ausbrach, war er 31 Jahre alt. Er war der Sekret&#228;r der Druckerinnung, die im Auftrag der tibetischen Regierung t&#228;tig war, und wurde daher als „Rebell“ klassifiziert und f&#252;r einige Zeit ins Gef&#228;ngnis gesteckt. In den 60er und 70er Jahren, als die Kulturrevolution w&#252;tete, kam es zu heftigen Angriffen auf alle traditionellen und kulturellen Werte der Tibeter, und religi&#246;se Artefakte und Texte wurden vernichtet. H&#246;lzerne Druckst&#246;cke wurden verbrannt und das Drucken von Texten, ausgenommen solcher rein politischen Inhalts, war verboten. Trotzdem schnitzten die Druckermeister insgeheim Druckst&#246;cke und versteckten sie anschlie&#223;end. Nach Maos Tod 1976 konnte Paljor Norbu zu seiner T&#228;tigkeit als Druckermeister zur&#252;ckkehren.</p>
<p>1987 verschlechterte sich die Lage in Tibet wieder nach einer Reihe von Demonstrationen in Lhasa, die sich gegen die Herrschaft der Chinesen richteten. Paljor Norbu wurde Anfang der 90er Jahre zweimal unter dem Verdacht festgenommen, die Proteste zu unterst&#252;tzen und verbotene Literatur zu drucken, aber jedes Mal ohne Anklageerhebung wieder freigelassen.<br />
Am 31. Oktober 2008, sechs Monate nach den Unruhen in der tibetischen Hauptstadt, wurde er zum vierten Mal in seinem Leben von der Polizei abgef&#252;hrt. Mitten in der Nacht nahmen sie ihn fest und lie&#223;en die Familie dar&#252;ber in Unkenntnis, wohin er gebracht wurde. Die Polizei lie&#223; die Werkstatt schlie&#223;en, brachte Vermerke &#252;ber die beh&#246;rdliche Schlie&#223;ung an den T&#252;ren an und verbot den Angestellten die R&#252;ckkehr an ihren Arbeitsplatz. Bis heute haben die Beh&#246;rden die Familie nicht dar&#252;ber informiert, wo er inhaftiert ist, wann er vor Gericht gestellt wurde und welche Anklagen gegen ihn erhoben wurden. Wahrscheinlich wird er beschuldigt „verbotenes Material“ gedruckt zu haben, womit Gebete f&#252;r den Dalai Lama oder die tibetische Nationalflagge gemeint sind, die in China verboten sind. Im November wurde er insgeheim vor Gericht gestellt und inoffiziellen Quellen aus Lhasa zufolge zu sieben Jahren Gef&#228;ngnis verurteilt. Man wei&#223; nichts &#252;ber seinen gesundheitlichen Zustand oder seinen Verbleib.</p>
<p>Obwohl Einzelheiten der Anklage und des Urteils nicht ver&#246;ffentlicht wurden, lassen die Art der urspr&#252;nglichen Beschuldigung und die L&#228;nge des Urteils darauf schlie&#223;en, da&#223; er der „Aufhetzung zum Separatismus“ (Art. 103 des Strafgesetzes) angeklagt wurde. Dieses vage definierte Verbrechen wird immer wieder herangezogen, um Tibeter zum Schweigen zu bringen, die sich der willk&#252;rlichen Beschr&#228;nkung ihrer Ausdrucksfreiheit durch das chinesische Gesetz widersetzen. Paljor Norbus Familie hat diesbez&#252;glich schon viel durchgemacht: Zwei seiner S&#246;hne sa&#223;en bereits drei Jahre im Gef&#228;ngnis wegen gewaltloser Aktivit&#228;ten, die vom Staat jedoch als politisch und kriminell angesehen werden – einer weil er 1989 Kindern ein verbotenes Lied beigebracht hat und ein anderer, weil er 1999 dem Karmapa bei seiner Flucht nach Indien behilflich war.</p>
<blockquote><p><a href="http://www.phayul.com/" target="_blank">www.phayul.com</a>, 17. April 2009</p>
<p>&#220;bersetzung: Adelheid D&#246;nges, Revision: Angelika Mensching<br />
Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte (IGFM)</p></blockquote>
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		<title>Wer sind die wahren Separatisten?</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 16:19:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tibet news</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Informationsweitergabe ist das wichtigste Werkzeug zur erfolgreichen Durchf&#252;hrung irgendeiner Kampagne oder Aktion. Wenn die Art der Informationsverbreitung jedoch den Rahmen &#252;blicher Normen sprengt, dann wird das ganze zum sinnlosen Gestammel eines Betrunkenen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Kunga Tsayang</p>
<p>„Informationsweitergabe ist das wichtigste Werkzeug zur erfolgreichen Durchf&#252;hrung irgendeiner Kampagne oder Aktion. Wenn die Art der Informationsverbreitung jedoch den Rahmen &#252;blicher Normen sprengt, dann wird das ganze zum sinnlosen Gestammel eines Betrunkenen.</p>
<p>Dieses Jahr wurden die friedlichen tibetischen Protestierenden von fremden Elementen infiltriert und in die Irre gef&#252;hrt. China Television, Lhasa TV und andere Medien haben in Entstellung der Wahrheit alle Tibeter als Separatisten gebrandmarkt. Damit wurden unheilbare Wunden in die Beziehungen unserer chinesischen Br&#252;der und Schwerstern zu den Tibetern geschlagen, und das Ergebnis ist, da&#223; die Chinesen nun die Tibeter verabscheuen, und die Tibeter feindselige Gef&#252;hle gegen&#252;ber den Chinesen hegen.</p>
<p>Als Individuum mu&#223; ich leider akzeptieren, da&#223; dieser Faktor den gr&#246;&#223;ten Bruch zwischen den Nationalit&#228;ten herbeigef&#252;hrt hat. Die Tibeter wurden in eine verzweifelte Lage getrieben, weil sie beschuldigt werden, Dinge getan zu haben, die sie nie taten, und kleine Vorf&#228;lle wurden aufgebauscht und der Welt als tats&#228;chliche Ereignisse pr&#228;sentiert.</p>
<p>Sogar Tibeter, die zwei oder drei Jahrzehnte lang f&#252;r die Partei arbeiteten, wurden an den Pranger gestellt, und die Vertreter der chinesischen Nachrichtenmedien, die ja so ge&#252;bt darin sind, L&#252;gen zu fabrizieren, gingen in Schulen und Universit&#228;ten, an denen es nicht mehr als eine Handvoll tibetischer Studenten gibt, und schw&#228;rzten sie an und verursachten eine Hexenjagd auf sie. Ein solches &#220;berma&#223; an Falschinformation und kr&#228;nkenden Ma&#223;nahmen haben zu einem Bruch gef&#252;hrt und Verwirrung im Geist jener tibetischen Beamten und Studenten geschaffen, die ihre chinesischen Br&#252;der und Schwestern wirklich liebten und die Kommunistische Partei hochsch&#228;tzten. Es entstand ein Gef&#252;hl von Rassenha&#223; in ihren Gem&#252;tern. Das sind die negativen Folgen der inkompetenten Berichterstattung in den Medien.</p>
<p>Unter den derzeitigen Umst&#228;nden sehen wir uns durch Stra&#223;enblockaden, Polizeikontrollen und die &#252;berall gegenw&#228;rtigen Sicherheitskr&#228;fte mit ihren auf uns gerichteten Gewehrl&#228;ufen in unserer Bewegungsfreiheit extrem eingeschr&#228;nkt. Ich m&#246;chte ausdr&#252;cklich betonen, da&#223; die wahren Gr&#252;nde f&#252;r die Spaltung der Volksgruppen darin zu suchen sind, da&#223; die Bilder Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, unseres geliebten Oberhauptes, verbrannt wurden oder Soldaten mit ihren Stiefeln darauf herumtrampelten. Die Festnahme von Tibetern wegen des Besitzes von Bildern Seiner Heiligkeit des Dalai Lama und ihre &#246;ffentliche Herabsetzung, weil sie die Bilder Seiner Heiligkeit auf ihre Alt&#228;re stellen, sind die wahren Ursachen f&#252;r die Entfremdung zwischen den Nationalit&#228;ten.</p>
<p>Es sei denn, es gelingt euch [den chinesischen Beh&#246;rden], unsere Liebe zueinander und die Achtung, die wir in unseren Herzen f&#252;reinander hegen, zu brechen, werden all eure nutzlosen Kampagnen und Aktivit&#228;ten unsere Einheit und die Liebe unter uns tibetischen Br&#252;dern nur noch st&#228;rken.</p>
<p>Ich glaubte immer, da&#223; Soldaten Helden sind, die die Sicherheit der Nation sch&#252;tzen, die zur Harmonie unter den B&#252;rgern beitragen und die wirtschaftliche Entwicklung f&#246;rdern. Dieses Jahr haben sich all diese Annahmen jedoch als falsch erwiesen wegen ihres von Rassismus bestimmten Verhaltens, weil sie so viele unschuldige Menschen umbrachten, weil sie unser Eigentum und unsere L&#228;den pl&#252;nderten, weil sie alle Andersdenkenden rigoros unterdr&#252;ckten und unter Mi&#223;achtung der Gesetze marodierend umherzogen. Ich sage das und berufe mich dabei auf Fakten und wirkliche Ereignisse, so wie sie in den Regionen Ngaba in Amdo und Kanlho [in Osttibet] vorgekommen sind. Sollte dies wegen ein paar Milit&#228;roffizieren und Beamten in den Lokalverwaltungen geschehen sein, dann kann ich nur mit Nachdruck sagen, da&#223; hier die wahren Akteure sind, die die Nationalit&#228;ten spalten.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus haben die Mitarbeiter in den lokalen B&#252;ros f&#252;r &#214;ffentliche Sicherheit, die paramilit&#228;rischen Kr&#228;fte und die regionalen kommunistischen Parteikader eine Unmenge an negativen Informationen fabriziert und sie der Zentralregierung vorgelegt und dann Antr&#228;ge gestellt, damit sie riesige Geldsummen bekommen, mit denen sie ihre sogenannten Siege &#252;ber die Demonstranten finanzieren und ihre Unterdr&#252;ckungsma&#223;nahmen fortsetzen k&#246;nnen. Wie sollte ein solches Vorgehen die Nationalit&#228;ten nicht spalten? Es gab eine Reihe von politischen Fehlern gro&#223;en Ma&#223;stabs, weil die lokalen Kader alles daransetzten, ihren Chefs und Vorgesetzten auf den h&#246;heren Verwaltungsebenen zu gefallen.</p>
<p>Wieso schweigt die KP wie ein Mann, der ein Auge zudr&#252;ckt und sich taub stellt angesichts solcher alle Grenzen sprengenden Aktivit&#228;ten, die nur ver&#252;bt werden, um die Einheit der Nation zu sch&#228;digen und die Stabilit&#228;t des Landes zu beeintr&#228;chtigen? Lamas m&#246;gen Fehler machen, politische F&#252;hrer m&#246;gen Fehler machen und auch die Regierung kann Fehler machen. Aber nun ist die Zeit gekommen, da&#223; jene Leute, die f&#252;r den Schaden und die Stiftung von Uneinigkeit verantwortlich sind, vor die &#214;ffentlichkeit treten und f&#252;r ihre Fehler Rechenschaft ablegen. Wenn sich das verwirklichen lie&#223;e, h&#228;tten wir noch einen Grund zu glauben und zu hoffen, da&#223; sich unsere Beziehungen zu den anderen Nationalit&#228;ten bessern und eine harmonische Gesellschaft aufgebaut werden kann.</p>
<p>In den Geist sowohl der Chinesen als auch der tibetischen Br&#252;der und Schwestern hat sich ein Bild von der jeweils anderen Seite als von Leuten eingegraben, die zu f&#252;rchten und zu hassen sind. Wir fragen nun: Warum schlagen und qu&#228;len sie unsere Br&#252;der und Schwestern auf diese Weise? Durch L&#252;gen und Erzeugung falscher Sichtweisen ist es so weit gekommen, da&#223; sogar ein tibetischer LKW-Fahrer verachtet wird. Der allgemeine Eindruck, der so entstanden ist, ist der, da&#223; die Tibeter als Volk nicht einmal wert sind, einen Blick auf sie zu werfen.</p>
<p>Um es etwas allgemeiner zu fassen, kann man sagen, da&#223; Tibeter und Chinesen eine lange Tradition der gegenseitigen Hilfeleistung haben und sie stets tiefe Achtung und Bewunderung f&#252;r einander hegten. Die Darstellung der Tibeter in den offiziellen chinesischen Medien in diesem Jahr hat jedoch das Bild von den Tibetern als Feinden hinterlassen. Ist das ein Faktor, der die Harmonie f&#246;rdert oder wurde er zur Ursache f&#252;r ihren Niedergang? Die Lenker der Nation sollten dar&#252;ber nachdenken. Es lohnt sich dar&#252;ber nachzudenken, weil sich die Harmonie der Nation auf dieser Grundlage aufbaut, indem man davon ausgehend positive Aktivit&#228;ten entwickelt. Es ist nie zu sp&#228;t, in dieser Richtung zu wirken.“<br />
(Urspr&#252;nglich auf Tibetisch, &#252;bersetzt ins Englische von Bhuchung D. Sonam)</p>
<p>Kunga Tsayang wurde in Golok Chikdril geboren, er erhielt seine Bildung in Labrang und Beijing. Sp&#228;ter versuchte er eine Schule im Kloster Yakra aufzubauen, konnte aber das Projekt nicht vollenden. Er reiste weit und breit durch Tibet und dokumentierte die Umweltverschlechterung auf dem Hochland und deren Einwirkung auf die Bewohner. Er bet&#228;tigte sich auch in der Nyenpo Yutsae Kyekham Umweltschutzorganisation. Seine Photographien werden in Tibet sehr gesch&#228;tzt und ebenso seine tapferen und fesselnden Essays &#252;ber Tibet, wie beispielsweise „Wer ist der wahre Spalter?“ „Wer ist der wahre Unruhestifter und zerst&#246;rt die Stabilit&#228;t?“ und „Wer ist der wahre Anstifter der Proteste?“</p>
<blockquote><p>Seine Website: <a href="http://wokar.net/" target="_blank">http://wokar.net</a></p>
<p>World Tibet News, 29. M&#228;rz 2009</p>
<p>(Quelle: <a href="http://www.tibetwrites.org/?Who-are-the-real-separatists" target="_blank">http://www.tibetwrites.org/?Who-are-the-real-separatists</a>)</p>
<p>Kunga Tsayang (Pseudonym, Gang-nyi) ist ein angesehener Schriftsteller, Intellektueller und Kunstschaffender der jungen Generation in Tibet. Er wurde am 17. M&#228;rz von den chinesischen Beh&#246;rden in seinem Kloster Labrang in der Provinz Gansu verhaftet, weil er angeblich Essays politischen Inhalts &#252;ber Tibet auf der Website „Notizen“ (tib. Zin-drils) ver&#246;ffentlichte. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Infos dazu, siehe <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/KunsangTseyangWriter_DzogchenDege_25.3.html" target="_blank">hier</a>!</p>
<p>&#220;bersetzung: Adelheid D&#246;nges, Revision: Angelika Mensching<br />
Internationale Gesellschaft f&#252;r Menschenrechte (IGFM)</p></blockquote>
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