US-Report: Repression in Tibet nach Selbstverbrennungen noch stärker

Montag, 09.01.2012, 20:14 Uhr | Kategorie(n): Links & Downloads, Menschenrechte, Widerstand in Tibet

Ein Bericht der US Congressional Executive Commission on China (CEEC) sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der immer heftiger werdenden Unterdrückung der Religion in Tibet und den schockierenden Fällen von Selbstverbrennung von Tibetern.

US-Report zu den Selbstverbrennungen in Tibet

US-Report zu den Selbstverbrennungen in Tibet

Der Sonderbericht mit dem Titel „Die Selbstverbrennungen tibetischer Mönche scheinen mit der zunehmenden Unterdrückung der Religionsfreiheit in Zusammenhang zu stehen“, kam am 23. Dezember heraus (1). Die CECC konstatiert eine „offensichtliche Beziehung zwischen der wachsenden Unterdrückung der freien Religionsausübung in den tibetisch-buddhistischen Klöstern und den 12 Fällen, in denen sich 2011 jetzige oder ehemalige Mönche und Nonnen selbst anzündeten“.

„Ein Vergleich mit jedem der zehn Jahresberichte der Kommission von 2002-2011 zeigt eine Tendenz zur Verschlechterung der Atmosphäre für den tibetischen Buddhismus, insbesondere in den monastischen Institutionen“, heißt es in dem Bericht.

Die CECC kommt zu dem Schluss, dass Chinas erdrückende Reaktionen auf die populären Demonstrationen von 2008 – wie die Intensivierung des schon seit langem geführten Feldzugs gegen den Dalai Lama, die Einführung von Bestimmungen, die tief in das monastische Leben eingreifen und den gesamten Ablauf in den Klöstern bis ins Detail regeln, wie auch die aggressive „Schulung in Gesetzeskunde“ für Mönche und Nonnen – den Abwärtstrend bei den Menschenrechten in Tibet noch „verschlimmert“ haben.

Seit März dieses Jahres haben sich 12 Tibeter in Brand gesetzt, sie forderten die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil und protestierten gegen Chinas anhaltende Besetzung Tibets. Während acht Fälle in der Gegend von Ngaba stattfanden, wo das Kloster Kirti liegt, ereigneten sich drei in Kardze und der letzte am 1. Dezember in Chamdo.

Unter Berufung auf offizielle Statistiken stellt der Bericht auch fest, dass seit März 2008 aus den leidgeprüften Gegenden Ngaba und Kardze in Osttibet mehr Tibeter festgenommen wurden als aus allen anderen Teilen Tibets.
Das Oberhaupt des Klosters Kirti, der Kirti Rinpoche, der letzten Monat vor der Tom Lantos Menschenrechtskommission des US-Repräsentantenhauses auftrat, sagte, die Bedingungen in Kirti hätten die Mönche „in einen Zustand äußerster Furcht und Verzweiflung getrieben“.

Der US-Kongress gründete im Oktober 2000 die CECC mit dem Auftrag, die Menschenrechte und die Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit in China zu verfolgen und jährlich dem Präsidenten und dem Kongress einen Bericht zu unterbreiten.

(1)Special Report: Tibetan Monastic Self-Immolations Appear to Correlate with Increasing Repression of Freedom of Religion

Phayul, www.phayul.com, 28. Dezember 2011
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte – IGFM)

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