Friedenslauf für Burma am 26. Juni 2010 in Berlin

Mittwoch, 02.06.2010, 09:41 Uhr | Kategorien: Aktionen

Treffpunkt: Washingtonplatz (Hauptbahnhof)
Tag:
26. Juni 2010
Zeit:
14:00 Uhr
Ziel:
Brandenburger Tor

friedenslaufSeit mehr als 40 Jahren befindet sich Burma / Myanmar unter der Gewaltherrschaft einer Militärdiktatur, die jede Opposition mit brutaler Gewalt niederschlägt.

Ein 400.000 Mann starkes Militär führt Krieg gegen das eigene Volk. Zwangsumsiedlungen, Zwangsarbeit, Folter, systematische Vergewaltigungen und die Rekrutierung von mehr als 70.000 Kindersoldaten sind nur einige der Menschrechtsverletzungen die in Burma zum Alltag gehören.

Das einst als „Reiskammer Asiens“ wohlhabendste Land Südostasiens ist heute eines der ärmsten Länder der Welt. 104 von 1.000 Kindern sterben vor ihrem fünften Geburtstag. Nur gerade 7 Prozent der Staatsausgaben kommen der Bildung zu, weniger als 1 Prozent wird für Öffentliche Gesundheitsvorsorge verwendet, während die Junta 49 Prozent ihres Budgets für das Militär aufwendet. Schulen und Universitäten im Land wurden nach den Demokratiedemonstrationen 1988 geschlossen und erst im Jahr 2000 wieder geöffnet.

70 Prozent der Bevölkerung Burmas lebt in ländlichen Gebieten und ist unter der jahrzehntelangen Misswirtschaft der Militärmachthaber völlig verarmt. Rund die Hälfte der burmesischen Kinder, in gewissen Gebieten sogar noch mehr, sind chronisch mangelernährt.

Ganze Familien werden von der Regierung regelmäßig zu Zwangsarbeit für den Bau und Unterhalt von Straßen, Eisenbahnen, Wasser- und Stromversorgung herangezogen. Sie verrichten schwerste Bauarbeiten und schleppen Lasten als Träger für die Armee.

Zudem werden im ganzen Land Kinder ab 11 Jahren für Kriegsdienste zwangsrekrutiert. Ein Viertel der burmesischen Streitkräfte sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – insgesamt 70.000 Kindersoldaten.

Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verbrachte 14 der letzten 20 Jahre unter Hausarrest. Ihre Partei, die Nationale Liga für Demokratie hatte 1990 die ersten freien Wahlen in Burma mit einer überwältigenden Mehrheit von 82% gewonnen. Die Militärführung hindert die Partei jedoch bis heute daran die Regierung zu übernehmen.

Seit den Mönchsprotesten im September 2007 (Saffron Revolution) hat sich die Zahl der politischen Gefangenen nahezu verdoppelt. Unter den nun über 2100 politischen Gefangenen sind fast ein Viertel Mitglieder der Oppositionspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD), über 200 Mönche, Studenten, Mitglieder der 88er Studentengeneration und Angehörige ethnischer Minderheiten. Nicht wenige sind Frauen. Viele sind Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, Anwälte, Lehrer, Journalisten, Zyklon-Nargis-Helfer und Politiker.

Seit drei Jahrzehnte kämpfen Regierungstruppen gegen ethnische Minderheiten im Land. Mehr als 2000 Dörfer wurden ausradiert. Ca. eine Millionen Menschen leben im Urwald auf der Flucht. Mehr als zwei Millionen Minen liegen heute in dem Kampfgebiet. Immer wieder setzten Burmas Soldaten Vergewaltigungen und ethnische Säuberungen als Waffe zur Demoralisierung ihrer Gegner ein.

In diesem Jahr soll nun die erste Parlamentswahl seit 1990 stattfinden. Aufgrund der neuen Gesetzgebung zur Registrierung von Parteien hat es die Oppositionspartei NLD vorgezogen sich nicht für die Wahl registrieren zu lassen. Dies hat die Auflösung der Partei zur Folge. Da sich die Junta 25 Prozent der Sitze im Parlament und Schlüsselpositionen in der Regierung vorbehält wird den Wahlen wenig Bedeutung beigemessen.

Wir wollen, in der Tradition der Mönchsproteste von 2007, die Menschen aufrufen ihre Augen, Ohren und Herzen für das Leiden der burmesischen Bevölkerung zu öffnen.

Weitere Information: The Best Friend

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