Kaum Hoffnung auf Fortschritt
Dienstag, 26.01.2010, 18:00 Uhr | Kategorien: MenschenrechteAbgesandte des Dalai Lama verhandeln diese Woche erneut mit der chinesischen Führung. Doch der Druck auf die Bevölkerung wurde seit den Unruhen 2008 noch verschärft.
Acht Mal haben sich Lody Gyaltsen und Gyari Kelsang Gyaltsen bereits mit Funktionären Pekings getroffen, nun trafen die beiden Vertrauten des Dalai Lama erneut in China ein. Ein neuer Vorstoß in schwierigen Zeiten: Die Exil-Tibeter wollen über die Zukunft des “Landes des Schnees” mit der chinesischen Regierung reden. Etwa eine Woche lang werden sie über mehr Autonomie und mehr Freiheiten für die Bewohner Tibets diskutieren. Wie stets finden die Treffen hinter verschlossenen Türen statt.
Hoffnung auf Annäherung gibt es allerdings kaum, die Positionen scheinen verhärtet. Die letzte Begegnung, im November 2008, hatte mit scharfen gegenseitigen Vorwürfen geendet: Peking warf dem Dalai Lama vor, er sei ein “Spalter”, der hinter den blutigen Unruhen vom März jenes Jahres in der tibetischen Hauptstadt Lhasa stecke. Obwohl er von der Autonomie Tibets spreche, wolle er in Wahrheit die völlige Unabhängigkeit. Der Dalai Lama streitet dies ab. Es sei vernünftiger für Peking mit ihm zu reden, als auf seinen Tod zu warten, argumentiert der 75-Jährige. Denn ein Nachfolger werde womöglich radikaler für Tibet kämpfen als er.
Weiterlesen bei der “taz” vom 26. Januar 2010
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