Kultureller Genozid in Tibet
Mittwoch, 25.11.2009, 08:18 Uhr | Kategorien: News AllgemeinAllmähliche Auslöschung der Sprache und Kultur
Am 27. September 2009 veröffentliche die chinesische Regierung ein Weißbuch über ihre Minderheiten-Politik. Es ist dies das dritte Weißbuch über die nationalen Minderheiten. Das erste kam 1999 heraus und das zweite 2005. Außerdem brachte die chinesische Regierung am 25. September 2008 ein Weißbuch über den Schutz und die Förderung der tibetischen Kultur heraus.
Das jüngste vom Informationsbüro des Staatsrates, dem chinesischen Kabinett, herausgebrachte Weißbuch folgte auf die landesweiten Protestaktionen in Tibet 2008 und diejenigen in Xinjiang 2009.
Diese Protestbekundungen, deren Ursache in wirtschaftlicher Marginalisierung und Rassendiskriminierung zu suchen ist, schlug China durch einen gnadenlosen Einsatz militärischer Gewalt, wie man ihn noch nie erlebt hat, nieder.
Das Weißbuch erschien vier Tage vor dem 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober. Es sollte wohl das „Geburtstagsgeschenk“ der Regierung an die nationalen Minderheiten sein. Aber werden die nationalen Minderheiten diese offizielle und wiederholte Schönfärberei der Grausamkeiten, die sie all die Jahre lang unter der Kommunistischen Partei erleiden mußten, so einfach hinnehmen? In diesen langen Jahren wurde ihre Identität untergraben, und zuweilen gar ausgelöscht, ihre Kultur zerbrochen, ihre Sprachen als nutzlos hingestellt und ihre legitimen Bestrebungen nach mehr Freiheit und bürgerlichen Freiheitsrechten aktiv unterdrückt.
Eine Gruppe von Mitarbeitern der Zentralen Tibetischen Verwaltung und des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie in Dharamsala haben eine ausführliche Antwort auf diese Frage unter Berücksichtigung der von ihr aufgeworfenen Problematik in einem spezifisch tibetischen Kontext verfaßt.
Die tibetische Antwort ist grob in vier Kapitel unterteilt, die wiederum viele Unterteilungen haben. Die vier Hauptkapitel sind:
- Wie steht es um das Erlernen, die Verwendung und die Förderung der tibetischen Sprache?
- Wie steht es um die Erhaltung der tibetischen Kultur in Tibet?
- Wie steht es um die religiöse Freiheit in Tibet?
- Wie steht es um eine moderne wissenschaftliche Bildung und die Entwicklung der Medien in Tibet?
Für diese Erwiderung wurde eine beachtliche Menge an Material sorgfältig zusammengetragen, um keinen Zweifel daran zu lassen, daß die chinesische Regierung nichts Geringeres als einen kulturellen Genozid auf dem Dach der Welt beging und weiterhin begeht. Dieses Beweismaterial basiert hauptsächlich auf von der chinesischen Regierung selbst herausgebrachten Dokumenten, sowie auf den mündlichen und schriftlichen Zeugnissen, Meinungen oder Vorschlägen, von Tibetern in Tibet. Standpunkte von Exiltibetern und ausländischen Tibet-Experten oder Gelehrten in Tibetologie wurden bewußt nicht aufgenommen.
In dem Maße, wie der politische Kampf des tibetischen Volkes [um größere Freiheit in Tibet] auf der internationalen Bühne zunehmend als ein Kampf zwischen Wahrheit und Lüge wahrgenommen wird, hoffen wir, daß diese Antwort dazu beitragen wird, aufzuzeigen, auf welcher Seite die Wahrheit liegt.
Das gesamte Dokument “China’s Attempts to wipe out the Language and Culture of Tibet” zum Download (PDF-Format).
Central Tibetan Administration
IGFM München
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