China verurteilt Dissidenten: Huang Qi und Autor Kunga Tsayang

Dienstag, 24.11.2009, 20:28 Uhr | Kategorien: Menschenrechte

Huang Qi setzte sich für die Erd­be­ben­op­fer von 2008 ein

Im Umgang mit Dis­si­den­ten bewahr­hei­tet sich ein zyni­sches chi­ne­si­sches Sprich­wort: “Qiuhou Suanz­hang” (Nach dem Herbst wird abge­rech­net). Kurz nach der Abreise von US-Präsident Barack Obama, der in Schang­hai im Gespräch mit der Jugend öffent­lich für freie Mei­nungs­äu­ße­rung im Inter­net und Men­schen­rechte plä­dierte, ver­ur­tei­len chi­ne­si­sche Gerichte wie­der Bür­ger­recht­ler.

Kunga Tsa­yang ver­öf­fent­lichte kri­ti­sche Essays zur Tibet­po­li­tik

Zuerst ver­gan­gene Woche in Tibet, wo, wie das Tibe­ti­sche Zen­trum für Men­schen­rechte und Demo­kra­tie (TCHRD) erfuhr, der Autor Kunga Tsa­yang unter Anklage der Wei­ter­gabe von Staats­ge­heim­nis­sen mit fünf Jah­ren Haft bestraft wurde. Er war am 17. März im Klos­ter Labrang in Gansu ver­haf­tet wor­den, weil er auf sei­ner Web­site “Noti­zen” kri­ti­sche Essays zur Tibet­po­li­tik ver­öf­fent­licht hatte, schrieb TCHRD.

Wegen angeb­lich ille­ga­len Besit­zes von Staats­ge­heim­nis­sen ver­ur­teilte am Mon­tag ein Gericht in Sichu­ans Pro­vinz­haupt­stadt Chengdu den bekann­ten und in den USA aus­ge­zeich­ne­ten Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten Huang Qi zu drei Jah­ren Haft. Der 46-Jährige stritt wäh­rend des ver­hee­ren­den Erd­be­bens im Mai 2008 für die Rechte tau­sen­der Eltern, deren Kin­der in zusam­men­ge­stürz­ten Schu­len star­ben und die erfah­ren woll­ten, warum die Gebäude so ein­fach zusammenbrachen.

Huang griff auf sei­ner Web­seite die Regie­rung an, unter ande­rem auch, weil diese sich wei­gerte, Zah­len der gestor­be­nen Schü­ler zu nen­nen. Der Bür­ger­recht­ler for­derte Unter­su­chun­gen, ob beim Schul­bau Pfusch und behörd­li­che Kor­rup­tion im Spiel waren. Er wurde im Juni 2008 fest­ge­nom­men. Wie die Orga­ni­sa­tion “Chi­nese Human Rights Defen­ders” berich­tete, ver­ur­teil­ten ihn die Rich­ter wegen “Besitz von drei Doku­men­ten einer Stadt­re­gie­rung” . Huang saß bis Juni 2005 bereits fünf Jahre in Haft wegen “ver­such­ter Unter­höh­lung der Staatsmacht”.

Die Presse (A), 24.11.09 – Johnny Erling (via tibetfocus)

Ähnliche Artikel:

Keine Kommentare

(Bitte eintragen)
(Bitte eintragen, wird nicht angezeigt)

Achtung: Mit dem Absenden Ihrer Nachricht erklären Sie sich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und Ihre IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.