20 Tibeter in Shershul in der TAP Kardze wegen „Abweichender Meinung“ verhaftet
Freitag, 04.09.2009, 07:34 Uhr | Kategorien: Widerstand in TibetDharamsala, 31. August: Nach einem Bericht des Senders Voice of Tibet haben die chinesischen Behörden im Bezirk Sershul (chin. Shiqu) in der TAP Kardze, Provinz Sichuan, seit Samstag in Verbindung mit zwei verschiedenen anti-chinesischen Protestaktionen 20 Tibeter verhaftet, worunter sich zwei Minderjährige befinden.
Zu den Verhaftungen kam es, nachdem eine Gruppe von Tibetern am Vorabend der Einweihung der neuen Halle des Tashi Gephelling Klosters im Dorf Chaktsa in der Gemeinde Zakay eine chinesische Nationalflagge heruntergeholt und in Stücke gerissen hatte, wie Sonam Dakpa, ein Mönch aus dem Jadrel Khangtsen im Kloster Sera dem Sender mitteilte.
Am 28. August, dem Tag der Einweihung, sangen bei der Versammlung, die von mehr als tausend Menschen aus der Gegend besucht wurde, einige Einheimische Lieder zum Lobpreis des Dalai Lama, des spirituellen Oberhauptes der Tibeter im Exil, und andere aus politischen Gründen verbotene Lieder.
„Mir wurde gesagt, daß sie ‚Unabhängigkeit für Tibet’ und andere die tibetische Eigenständigkeit betonende Slogans auf die Fetzen der zerrissenen chinesischen Fahne schrieben und diese durch die tibetische Nationalflagge ersetzten“, teilte Sonam per Telefon mit.
An diesem Tag kam es nicht zu Verhaftungen. Die chinesische Polizei begann jedoch sofort mit ihren Ermittlungen und brachte seit dem 29. August Verdächtige zur Strecke.
Dhamchoe (14) und sein Bruder Sonam Yonten (10) befanden sich unter den wegen des Singens von Liedern zum Lobpreis des Dalai Lama Festgenommenen. Ebenso wurden in Verbindung mit dem Herunterholen der Flagge und den Lobgesängen Dechen Trinley Rinpoche vom Kloster Tashi Gephelling, der Zuchtmeister Thambo und die Mönche Yagar, Dawa, Nemel, Loyak, Thinlay Nima, Dagyam, Thupo, Sonam, Tharshong, Sheba sowie sechs andere Tibeter aus den beiden Dörfern Chaktsa und Tharshul verhaftet.
Nach dem Bericht aus dieser Quelle schicken die Behörde nun Truppen zur Unterdrückung jeglichen Protestes, und die Lage in der Gegend ist gespannt. „Augenblicklich ist die Atmosphäre sehr angespannt. Die Leute in der Gegend haben ungefähr zwanzig Militärlastwagen ankommen sehen“, fügte Sonam hinzu.
Die Verhafteten werden gegenwärtig im Bezirksgefängnis von Sershul festgehalten.
Die Geschichte der beiden ehemaligen politischen Gefangenen Ngawang und Topjor, die Anfang des Jahres ins Exil geflohen sind, steht auf der IGFM-Website.
Phayul, 31. August 2009
Übersetzung: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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