Mutter des zum Tode verurteilten Kangtsuk selbst dem Ende nahe

Donnerstag, 30.07.2009, 07:45 Uhr | Kategorien: Widerstand in Tibet

Einer Quelle aus Tibet zufolge erlitt Tenzin Choedon einen Rückfall und mußte mit extrem erhöhtem Blutdruck ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem sie erfahren hatte, daß das Volksgericht von Lhasa das über ihren Sohn Kangtsuk verhängte aufgeschobene Todesurteil bestätigt hatte. Da ihr die medizinische Behandlung keinerlei Besserung brachte, ist jeder Zeit mit ihrem Ableben zu rechnen.

Kangtsuk wurde wegen Beteiligung an einer Reihe anti-chinesischer Proteste im Kreis Taktse des Bezirks Lhasa im März letzten Jahres festgenommen und später zum Tode mit zweijährigem Aufschub verurteilt. Der 22jährige Kangtsuk ist aus der Gemeinde Dechen, Kreis Taktse, Bezirk Lhasa, gebürtig.

Mehrere Menschenrechtsgruppen und Tibet-Unterstützer auf der ganzen Welt drückten ihr Entsetzen über die vom Gerichtshof von Lhasa verhängten Todesurteile aus. Diese Urteile machen deutlich, was für ein hoher Grad an Repression in Tibet herrscht, wo die staatlichen Organe die Menschenrechte der Tibeter ungehindert mißachten und sie zu extrem harten Strafen verurteilen.

Die im April vom Mittleren Volksgericht von Lhasa ausgesprochenen Urteile* sind die härtesten im Zusammenhang mit den Demonstrationen vom Frühjahr 2008. Bisher wurden etwa 230 Tibeter zu Gefängnisstrafen unterschiedlicher Länge bis zu lebenslangem Freiheitsentzug wegen ihrer Beteiligung an den Frühjahrsprotesten 2008 verurteilt. Die über Lobsang Gyaltsen und Loyak verhängten Todesurteile und die über Tenzin Phuntsok und Kangtsuk verhängten aufgeschobenen Todesurteile sowie die Verurteilung von Dawa Sangpo zu lebenslänglicher Haft sind ihrer Natur nach willkürlich und summarisch und entsprechen nicht einmal dem internationalen Mindeststandard im Strafrecht.

* Siehe: „Zwei Tibeter von einem chinesischen Gericht zum Tode verurteilt Das TCHRD mißbilligt scharf die in Lhasa gefällten Urteile

The Tibet Post International, www.tibetpost.net, 18. Juli 2009

Übersetzung: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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