ICT-Flüchtlingsbericht "Gefährliche Flucht"
Dienstag, 28.07.2009, 11:18 Uhr | Kategorien: Links & DownloadsDass Tibeter ihre Heimat verlassen, weil die Lebensumstände unter der chinesischen Herrschaft für sie nicht mehr zu ertragen sind, ist nichts Neues. Jahr um Jahr nahmen zuletzt zwischen 2.500 und 3.000 Menschen den gefahrvollen Weg über schwer passierbare Hochgebirgspässe auf sich, stets bedroht von chinesischen Grenzpatrouillen. Nicht wenige fanden dabei den Tod. Seit dem vergangenen Jahr hat sich dieses Bild deutlich verändert. Zwar gibt es seit den Unruhen vom vergangenen Frühjahr und der darauf folgenden Unterdrückungswelle durch die staatlichen Behörden eher noch mehr Gründe für Tibeter aus ihrer Heimat zu fliehen. Gleichzeitig jedoch hat China die Grenzregionen noch rigoroser abgeschottet als zuvor, im Jahr 2008 gelang gerade einmal 650 Tibetern die Flucht über Nepal ins vergleichsweise sichere Indien.

ICT-Bericht: "Gefährliche Flucht"
In einem aktuellen Bericht beleuchtet die International Campaign for Tibet die schwierige Lage der Tibeter, die trotz allem versuchen, sich und ihre Kinder durch die Flucht der Unterdrückung in ihrer Heimat zu entziehen. Unter dem Titel âDangerous Crossing â Conditions Impacting The Flight of Tibetan Refugeesâ beschreibt ICT auÃerdem die schwierige Lage der in Nepal lebenden tibetischen Flüchtlinge. Immer stärker und immer direkter spürbar wurde in den letzten Jahren der chinesische Einfluss auf die Politik der nepalesischen Regierung. Die wechselnden Regierungen des Landes übernahmen zuletzt deutlich die chinesische Propaganda-Rhetorik und betonen immer öfter, dass sie keine “antichinesischen Aktivitäten” in ihrem Land dulden würden. Den zahlreichen tibetischen Protesten gegen die chinesische Unterdrückungspolitik im vergangenen Jahr begegnete die nepalesische Polizei mit groÃer Härte. Offiziell wurde einen Null-Toleranz-Linie gegenüber den Protesten verkündet. Bei mehreren Gelegenheiten standen Angehörige der chinesischen Botschaft in Kathmandu direkt hinter den Polizisten, machten Fotos von den Protestierenden und sollen in einzelnen Fällen sogar Anweisungen an die nepalesische Polizei gegeben haben.
Hinzu kommt die Behinderung der Einrichtungen, die den Flüchtlingen helfen sollen. Bereits 2005 war das tibetische Flüchtlingsaufnahmezentrum in Kathmandu auf Anordnung der Regierung geschlossen worden, der spätere Regierungschef Prachandra schloss eine mögliche Wiedereröffnung aus. Untersuchungsmissionen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR in die Grenzregion wurden untersagt. Auf diese Weise ist es unmöglich, Berichten über Zwangsabschiebungen von tibetischen Flüchtlingen auf den Grund zu gehen. Ein geplantes US-Programm zur Aufnahme tibetischer Flüchtlinge in die Vereinigten Staaten wurde von der nepalesischen Regierung ebenfalls nicht genehmigt. Es hätte zahlreichen Menschen die Chance auf eine Zukunft in Sicherheit gegeben, deren Aufenthaltsstatus in Nepal zunehmend prekär erscheint.
Den vollständigen englischsprachigen ICT-Bericht können Sie unter www.savetibet.de kostenlos herunterladen.
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