Zusammenstoss zwischen Bewohnern und Bergleuten in Meldro Gongkar
Dienstag, 30.06.2009, 06:31 Uhr | Kategorien: Widerstand in TibetDie Bewohner der Gemeinde Gyama in der Nähe von Lhasa protestieren gegen eine Bergbaufirma, die das Wasser des Gyama Flusses für ihr Bergbauprojekt ableiten will. Dazu wurden bereits Rohre über die Felder der Bauern verlegt, die diesen gewaltsam und ohne Entschädigung weggenommen wurden. Seit fast zwei Jahrzehnten werden in den Bergen von Gyama nun schon Bodenschätze abgebaut. Die in den Gyama Shingchu Fluß abgeleiteten toxischen Abfälle führten im letzten Jahr zum Tod einer großen Zahl an Rindern.
Die aufgebrauchten Dorfbewohner gingen am 20. Juni auf die Straße, wo sie mit den chinesischen Bergleuten zusammenstießen. Es kam zu einer Auseinandersetzung, und bei dem darauffolgenden Polizeieinsatz wurden drei Tibeter verwundert. Der am schwersten Verwundete mußte in ein Krankenhaus nach Lhasa gebracht werden.
Höhere Beamte von der Autonomen Region Tibet, Mitarbeiter der Bezirksverwaltung und Militärpolizisten beriefen am 21. Juni die Ortsansässigen zu einem Meeting ein. Dabei forderten die Tibeter eine sofortige Einstellung der Arbeiten zur Ableitung von Wasser und der Bergbauaktivitäten in der Gegend. Unseren Quellen zufolge hätten viele der Tibeter aus Verzweiflung sogar geweint. Nach dem Meeting verließen die chinesischen Bergleute am 21. Juni die Gegend. Die dortigen Bewohner legten sich jedoch aus Protest vor den Gebäuden der Gemeindeverwaltung auf den Boden und blockierten die Zufahrt zu dem Bergbauareal.
Für die Dorfbewohnter in dem Tal ist der Gyama Shingchu als Trinkwasserlieferant und zur Bewässerung ihrer Felder lebensnotwendig. Viele der natürlichen Quellen in der Gegend sind bereits ausgetrocknet, wodurch ihre Trinkwasserversorgung ernstlich gefährdet ist.
Gyama Shen in Meldro Gongkar ist von historischer Bedeutung, denn dort wurde der tibetische Großkönig Songtsen Gampo (617-650) geboren. In dem Tal gibt es 15 Dörfer, zwei davon sind Nomadengemeinschaften.
www.phayul.com, 23. Juni 2009
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Ähnliche Artikel:
- 29. Juni 2010: Proteste gegen Bergbau im Bezirk Namling: Fünfzig Tibeter festgenommen
8. Oktober 2009: Tibetische Ärztin Yeshi Choedon zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, elf Mönche des Klosters Pangsa vermißt
9. Dezember 2009: 60 Tibeter in Kardze festgenommen, weil sie um die Freilassung von Tenzin Deleg Rinpoche baten – starkes Militäraufgebot in Nyagchuka
6. Juli 2006: “Western Development Programme” führt zu massiven Umsiedlungen
8. April 2010: Zwei Mönche des Klosters Zighar im Bezirk Jomda, TAR, festgenommen