Chinesischer Anwalt verteidigt tibetischen Lama in Strafverfahren
Freitag, 24.04.2009, 07:56 Uhr | Kategorien: MenschenrechteEin chinesischer Anwalt hat sich gestern (21. April 2009) in einem bemerkenswerten Statement öffentlich über das Verfahren gegen einen bekannten tibetischen Lama, Phurbu Rinpoche, geäußert. Phurbu Rinpoche war im Mai 2008 unter dem Vorwurf in Haft genommen worden, illegal Waffen zu besitzen. Sein Verteidiger, der bekannte, in Peking ansässige Anwalt Li Fangping hatte der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview gegenüber unter anderem erklärt, er sei der Auffassung, dass sein Mandant zu Unrecht beschuldigt werde. Phurbu Rinpoche müsse im Falle einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen, so Li weiter. Es handelt sich um das erste Verfahren gegen einen bekannten tibetischen Geistlichen seit März 2008 und überdies um das erste bekannte Verfahren gegen einen Tibeter, in dem eine freie Wahl des Verteidigers möglich war. Die International Campaign for Tibet hat mit Blick auf die Verteidigung durch einen chinesischen Anwalt auf die besondere Bedeutung des Verfahrens hingewiesen.
Der 52-jährige Phurbu Rinpoche ist Leiter des Nonnenklosters Pangri in der Autonomen Präfektur Kardze (chin.: Ganzi) in der Provinz Sichuan und war am 18. Mai 2008 in Zusammenhang mit einem friedlichen Protest von Mitgliedern des Nonnenklosters festgenommen worden. Phurbu Rinpoches Verteidiger hat in diesem Zusammenhang von Folter und Misshandlungen in Haft berichtet.
International Campaign for Tibet, Berlin, 22. April 2009
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