Mindestens drei friedlich protestierende Tibeter in Kardze nach Mißhandlung festgenommen

Samstag, 14.06.2008, 10:11 Uhr | Kategorien: Menschenrechte

Einer bestätigten, dem TCHRD zugegangenen Information zufolge wurden am 11. Juni mindestens drei Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften grausam geschlagen und festgenommen, als sie auf dem Markplatz der Stadt Kardze, Bezirk Kardze, TAP Kardze, Provinz Sichuan, friedlich demonstrierten.

Wie aus unseren Informationen hervorgeht, riefen heute früh um 11 Uhr ein paar tibetische Bewohner von Kardze an einer Straßenkreuzung auf dem zentralen Marktplatz von Kardze pro-tibetische Slogans und verteilten Flugblätter, auf denen sie die „baldige Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet“, „Freiheit für Tibet“, „die Entlassung aller bei den jüngsten Protestaktionen Festgenommenen“ und „den Abzug der Chinesen aus Tibet“ forderten.

Innerhalb kurzer Zeit wurden mindestens drei von ihnen von den Beamten des Public Security Bureau von Kardze verhaftet, dabei schwer geschlagen, herumgestoßen und mit Fußtritten bearbeitet, ehe sie in das Bezirkshaftzentrum abgeführt wurden. Wie viele Personen es genau waren, die heute früh friedlich protestierten, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, gemeldet wurde uns nur, daß mindestens drei mit Schlägen traktiert und festgenommen wurden. Was weiter mit ihnen geschah, ist nicht bekannt. Das Zentrum wird die Lage verfolgen und sofort berichten, wenn sich Näheres über die Anzahl der Festgenommenen ergibt.

Bei den drei festgenommenen Tibetern handelt es sich um die 30jährige Namsey Lhamo, Mutter zweier Kinder und Bäuerin aus dem Dorf Raga, Gemeinde Dando, Bezirk Kardze, um den 32jährigen Tenzin Dargyal, Vater eines Kleinkindes und Bauer aus Kardze, sowie um einen Mönch, dessen Name im Augenblick nicht bestimmt werden konnte.

Das TCHRD verurteilt auf das Schärfste das brutale Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte gegen die friedlich demonstrierenden Tibeter und ruft die chinesische Regierung auf, die drei Festgenommenen sofort freizulassen, denn sie taten nichts als ihre grundlegenden Menschenrechte wahrzunehmen, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UDHR), der Verfassung Chinas und vielen anderen Völkerrechtsverträgen, denen China beitrat, festgeschrieben sind. Die Behörden sollten dafür sorgen, daß die Verhafteten keinen weiteren Mißhandlungen der Art unterzogen werden, wie sie sie bereits bei vollem Tageslicht auf dem Markplatz zu ertragen hatten. Es erachtet den Fall als einen direkten Angriff auf die Freiheit der Meinung und Meinungsäußerung in Tibet. Die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit sind grundlegende sowohl in der chinesischen Verfassung als auch in der UDHR verankerte Menschenrechte.

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
www.tchrd.org
Pressemitteilung, 11. Juni 2008

Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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