Die Absurdität der chinesischen Umerziehungskampagne

Donnerstag, 24.04.2008, 20:26 Uhr | Kategorien: Buddhismus, Menschenrechte, News Allgemein, Widerstand in Tibet

Zuverlässigen Quellen zufolge widersetzten sich zahlreiche Mönche des Klosters Wara, Bezirk Jomda, Präfektur Chamdo, der „Patriotischen Umerziehung“ und flohen in die nahegelegenen Berge oder aufs Land. Bisher hat sich keiner von ihnen gestellt, obwohl an mehrere diesbezügliche Aufforderungen ergingen. Die restlichen 50 Mönche, die im Kloster geblieben waren, weigerten sich trotz Todesdrohungen, Seine Heiligkeit den Dalai Lama zu schmähen.

Seit dem 12. April werden Klostervorsteher aus 18 Distrikten der Präfektur Kardze aufgefordert, sich zu einer mehrtägigen „Patriotischen Umerziehung“ einzufinden. Sie erklärten den Funktionären, derartige Zwangskampagnen seien kontraproduktiv. Die bei diesem Treffen anwesenden Beamten stimmten ihnen zu. Daher gelang es den Behörden vorerst noch nicht, Unterschriften gegen die Rückkehr Seiner Heiligkeit des Dalai Lama zu erzwingen.

Am 17. April befahlen die Behörden des Bezirks Lithang den lokalen Äbten, in ihren jeweiligen Klöstern die chinesische Fahne zu hissen. Die Äbte erwiderten, die Behörden hätten zwar die Macht, das anzuordnen, müßten aber dann auch für alle daraus resultierenden Unruhen in den Klöstern die Verantwortung übernehmen. Sie forderten daher eine entsprechende Anweisung an die Klöster in schriftlicher Form. Das Hissen der chinesischen Flagge auf tibetischen Klöstern wurde zum ersten Mal am 12. April in Kham angeordnet und wurde danach in weiteren Gebieten Tibets einschließlich der TAR verfügt.

Um den 15. April ordneten Behördenvertreter in Gulog Shiba in Nyagchu Dzong [Präfektur Kardze, A.d.Ü.] eine Unterschriftenkampagne an, bei welcher der Dalai Lama bezichtigt werden sollte, die jüngsten friedlichen Demonstrationen in Tibet angezettelt zu haben. Daraufhin verließ der Tibeter Gyaltsen den Raum, und mehrere seiner Landsleute folgten ihm.

Am frühen Nachmittag des 18. April wurde ein Sonderkontingent des Militärs ins Kloster Rongpo Gonchen [Bezirk Rebkong, Amdo] verlegt. Etwa 430 Tibeter wurden verhaftet. Bei der Haussuchung wurden die Portraits Seiner Heiligkeit und die Computer beschlagnahmt. Die verhafteten Mönche wurden brutal geschlagen, die angeblichen Rädelsführer der Proteste mit Draht gefesselt und in Fahrzeuge geworfen, mit denen sie unter unmenschlichen Umständen abtransportiert wurden.

Tibetan Solidarity Committee / Tibetisches Solidaritätskomitee
www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 20. April 2008

Übersetzung: MoKa, Irina Raba, Revision: Adelheid Dönges, Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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