Lage in Tibet außerordentlich bedrohlich
Donnerstag, 10.04.2008, 23:24 Uhr | Kategorien: Buddhismus, Menschenrechte, News Allgemein, Widerstand in TibetDie Situation in Tibet ist inzwischen äußerst kritisch. Das chinesische Militär hat den Großteil der Klöster umstellt und versperrt den Mönchen jeden Zugang zum Lebensnotwendigsten wie Nahrung und Wasser. Es gibt kein Gas und keine Lebensmittel, die Wasserleitungen sind unterbrochen – die Lage der Mönche und Nonnen ist verzweifelt. Sie zerlegen ihre hölzernen Betten, damit sie Feuer machen können. Ferner ist ihnen nicht gestattet, ihren täglichen religiösen Pflichten nachzukommen.
Falls sich die Lage in Tibet nicht unverzüglich zum Besseren wendet, sind Hunderte von Mönchen und Nonnen vom Hungertod bedroht. Das Leiden der Tibeter unter der chinesischen Unterdrückung ist derart unerträglich, daß manche keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen.
Im Osten Tibets, in Amdo und Kham mußten nicht wenige aus ihren Häusern fliehen und suchen jetzt im Bergland Zuflucht vor der Brutalität der chinesischen Sicherheitskräfte. Ohne Nahrung, Kleidung und Brennstoff sind sie in den Bergen und Wäldern gefangen. Ihre Lage ist lebensbedrohlich und sie bedürfen dringend internationaler Unterstützung.
Der Aufenthaltsort zahlreicher verhafteter Tibeter ist nicht bekannt. Die Tibeter, die festgenommen wurden, und sich in Untersuchungshaft befinden, werden weiterhin auf unvorstellbare Weise fürchterlich gefoltert. Chinas ungesetzliches Vorgehen wird dadurch deutlich, daß die Körper der getöteten Tibeter beschlagnahmt werden, um die Ermordung unschuldiger Tibeter zu vertuschen. Um alle Beweise vollständig zu beseitigen, verbrennen sie die Leichen.
In Tibet wird dringend medizinische Versorgung benötigt. Die meisten der bei der brutalen Niederschlagung der Unruhen verletzten Tibeter befinden sich immer noch in kritischem Zustand. Sie wurden nicht angemessen medizinisch versorgt, weshalb auch Lobsang Jinpa aus Kham Menyak und Gyalpo, ein Mönch aus dem Kloster Phenpo Gaden Chokor, starben. Das sind die wenigen Fälle, von denen wir etwas wissen.
In den Klöstern zerstören chinesische Soldaten weiterhin mutwillig die Gebetshallen und die Wohnungen der Mönche. Sie haben die persönlichen Habseligkeiten vieler Mönche konfisziert und heilige Reliquien zerstört. Für das wenige, was jetzt noch von dem Eigentum der Klöster übrig ist und die Sicherheit der Mönche kann nicht garantiert werden.
In Anbetracht der gegenwärtigen kritischen Lage in Tibet richten wir zwei besonders dringliche Bitten an die Vereinten Nationen, die internationale Gemeinschaft und alle Staaten richten, die das Prinzip von Wahrheit und Gerechtigkeit hochhalten:
1. Sofort einen unabhängigen Untersuchungsausschuß nach Tibet zu entsenden.
2. Den brutalen Massakern auf Hochplateau ein Ende zu setzen.
Tibetan Solidarity Committee
8. April 2008Übersetzung: Irina Raba, Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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Schickt Blauhelmtruppen?!?!
Da es in den letzten Wochen schon einige harte Vergleiche aus der Geschichte gab fällt mir zu der Zerstörung der heiligen Reliquien die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban ein. Nicht, dass ich das chinesische Regime mit den Taliban vergleichen möchte, aber die Zerstörung der religiösen Kulturgüter scheint von einer ähnlichen Systematik zu sein.
Du meinst in etwa dieses hier?