Polen droht China mit Olympia Boykott

Samstag, 15.03.2008, 12:41 Uhr | Kategorien: Menschenrechte, News Allgemein, Olympische "Spiele" 2008, Widerstand in Tibet

Als Anwort auf das blutige Ersticken der Unruhen in Tibet durch chinesische Besatzungskräfte haben polnische Parlamentarier aller Parteien den Botschafter der Republik China in Warschau Sun Rongmin eine Protestnote übersandt, in der man die sofortige Freilassung aller politischer Gefangener sowie der Mönche aus den Klöstern der tibetischen Hauptstadt Lhasa und eine Aufhebung der Demonstrationsunterdrückung fordert.

“Im Zusammnhang mit dem Mangel an Fortschritten Chinas bez. der Menschenrechte und den anhaltenden Wellen der Unterdrückung in Tibet, sowie der permanenten Ignoranz Chinas den Verpflichtungen eines Mitgliedes der internationalen Gemeinschaft nachzukommen, halten wir es für angemessen zu unterstreichen dass es für einen Boykott der olympischen Spiele in Peking noch nicht zu spät ist” – zitiert aus der Protestnote die Abgeordnete Beata Bublewicz der regierenden Bürgerplattform (PO) des polnischen Premiers Donald Tusk. Die Parlamentarier erinnern China insbesondere an den Artikel 5. der olympischen Charta in dem es heisst: “Jede Form von Diskriminierung im Verhältnis zur Staatsbürgerschaft von Personen, deren Rasse, Konfession, politische Ansichten , Geschlecht oder irgendeine andere Form der Diskriminierung decke nicht den olympischen Gedanken und mache eine Zugehörigkeit des Auslösers zur olympischen Bewegung unmöglich.” China hatte sich im Jahre 2002 im sog. “Beijing Olympic Action Plan” urkundlich zur Anwendung internationaler Standards (Dopingkontrollen) und der Überwachung der Menschenrechte verpflichtet.

Währendessen herrscht in Tibets Haupstadt das Chaos. Überall werden Brände und sogar Schüsse gemeldet. Nach neuesten Berichten soll es bereits über 100 Tote im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegeben haben. Seit Tagen protestieren Mönche in Tibet gegen die chinesische Herrschaft. Mehrere von ihnen befinden sich im Hungerstreik. Die durch China kontrollierten Sicherheitskräfte umstellten mehrere Klöster, es gab tödliche Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Auch China, Indien und Nepal hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Tibeter gegen die chinesische Besetzung ihrer Heimat und gegen die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking protestiert, hierbei gab in allen diesen Ländern zu hunderten von Festnahmen.

Polskaweb News

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